Jahrgang 
1904
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1 Ober-Sekunda. Ordinarius: Professor Dr. Bauder.

. 1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung der Apostelgeschichte. Kirchengeschichte bis 325, nach Noack. 1. u. 2. Thessalonicher-Brief und 1. Korinther-Brief. Wiederholung von Katechismus-Sprüchen, Liedern und Psalmen. Klemme.

2. Deutsch 3 St. Proben aus dem Urtexte des Nibelungenliedes und von Walter v. der Vogelweide. Gudrun privatim. Inhalt von Wolframs Parzival. Ausblick auf nor- dische Sagenkreise. Gelesen: Schiller, Wallenstein; Goethe, Egmont und Götz von Berli- chingen. Schöne Stellen wurden auswendig gelernt, darunter ein Monolog Wallensteins. Poetik im Anschluss an die Lektiire. Vorträge der Schüler, zumeist im Anschluss an die Privatlektüre; hieran anknüpfend, rhetorische Belehrungen. Wiederholung früher ge- lernter Gedichte. Grammatisches und Stilistisches bei der Durchnahme der Aufsätze. Bauder.

Themata der Aufsätze:

1. Was lehrt uns das Sprichwort:Aller Anfang ist schwer? 2. Was erlebte Siegfried in Worms?(Klassenaufsatz.) 3. Wie zeichnet Sallust den Charakter Jugurthas? 4. Welchen Verlauf nimmt die im fünften Gesange der Aneide geschilderte Segelwettfahrt? 5. Wie verherrlicht Schiller in seinen Dichtungen die Macht des Gesanges? 6. Welche Rolle spielen die beiden Piccolomini in dem nach ihnen benannten Drama? 7. Wie entwickelt sich das Verhältnis zwischen Götz und Weislingen in den drei ersten Akten vonGötz von Berlichingen?(Klassenaufsatz). 8. Welche Züge im Charakter Götzens von Berlichingen erinnern an Wilhelm Tell?

3. Lateinisch: 7 St. Gelesen wurde: Sallust: de bello Jugurth.(mit Auswahl). Liv. XXII. Cicero: Cato Maior u. De imp. Cn. Pompei(unvorbereitet). Vergil: IV. VIII. (im Durchblick). Auswendiglernen einzelner Stellen. 2 St. Grammatik, Stilistik; alle 2 Wochen eine schriftliche Ubersetzung ins Lateinische, vierteljährlich eine Ubersetzung ins Deutsche; zwei deutsche Ausarbeitungen über Gelesenes. Bauder.

4. Griechisch: 6 St. Gr. Syntax des Verbs. Schriftliche UÜbersetzungen ins Grie- chische und aus dem Griechischen alle 14 Tage abwechselnd Lekt. In Auswahl: Herod. VII; Xenoph. Memorab. B. 1 u. 2. Hom. Odyss. 13 24 in Auswahl. Schulze.

5. Französisch: 3 St. Lektüre: Thiers, Napoléon à St. Héléene und Maistre, Le Lépreux de la Cité d'Aoste; Les Prisonniers du Caucase.(Velh. u. Kl.). Dreyling.

6. Englisch(wahlfrei): 2 St. Lektüre nach DeutschbeinsVorstufen. Dreyling.

7. Hebräisch(wahlfrei): 2 St. Elementarlehre. Das starke Verb ohne und mit Suftixen. Die schwachen Verbalwurzeln. Nominallehre(2 St.). Fröling.

8. Geschichte und Erdkunde: 3 St. Griechische und römische Geschichte. Gerland..

9. Mathematik: 4 St. Einiges über Transversalen; harmonische Punkte und Strahlen. Trigonometrie, Konstruktionsaufgaben, quadratische Gleichungen. Glaser.

10. Naturlehre: 2 St. S.-S. Repetition und Erweiterung des chemischen Pensums der Unter-Sekunda. W.-S. Ausführlichere Behandlung der Lehre vom Schall u. der Wärme. Eckhardt.

11. Zeichnen: 2 St. Nicht verbindlich. Achard.

Unter-Sekunda. Ordinarius: Professor Dr. Glaser.

1. Religion(Evangel.): 2 St. Erklärung des Evangel. nach Lucas. Wiederholung der Bergpredigt und der wichtigsten Abschnitte aus der Apostelgeschichte. Wiederhol. von Katechismus, Sprüchen, Liedern und Psalmen. Fröling.

2. Deutsch: 3 St. Anleitung zur Aufsatzbildung durch Ubungen im Auffinden und Anordnen des Stoffes. Lektüre: Gedichte und Aufsätze des Lesebuchs von Hopf-Paul-

siek; Schillers Glocke; Dichtung der Befreiungskriege; Jungfrau von Orleans. Aus- wendiglernen von Gedichten und Dichterstellen sowie UÜbungen im freien Vortrag. Auf-

sätze alle 4 Wochen. Halbjüährlich eine einstündige deutsche Ausarbeitung in der Klasse.

Fröling.