Jahrgang 
1928
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c. Nadelarbeit. Für den Unterricht in der Nadelarbeit waren 4 Wochenſtunden vorgeſehen. Die Schülerinnen waren für dieſen Unterricht in 2 Abteilungen eingeteilt. Der Unterricht wurde nach den Lehr⸗ plänen der Lyzeen erteilt.

d. Turneu, Bewegungsſpiele, Schwimmen. Auch in dieſem Jahre wurde noch der Turn⸗ und Spielbetrieb ſtark beeinträchtigt durch die Unzulänglichkeit der Turnhalle und des Spielplatzes. Es iſt jedoch zu erwarten, daß das neue Schuljahr nun endlich günſtige Verhältniſſe bringt.

Die Schüler turnten in 7, die Schülerinnen in 3 Abteilungen, ferner beſtanden 5 Spielabteilungen für Knaben und 3 für Mädchen. Der Unterricht war auf die harmoniſche, ſyſtematiſche Ausbildung des Körpers und die Erlernung der Technik der Uebungen eingeſtellt; im Sommerhalbjahr wurde im weſentlichen Leichtathletik und Gymnaſtik betrieben, im Winter mehr Geräteturnen.

Mannſchaften der Schule ſpielten verſchiedene Male Handball gegen Schüler anderer Anſtalten, eine Schlagballmannſchaft beteiligte ſich an den vom Preußiſchen Phiologenverein ausgeſchriebenen Preußenſpielen. Das alljährlich ſonſt auf dem Meßhagen veranſtaltete Schulturnfeſt mußte wegen andauernd ſchlechter Witterung ausfallen und wurde erſetzt durch ein Schülerwetturnen auf dem ſtädtiſchen Sportplatz am 9. 9. 1927, bei dem ſämtliche Schüler und Schülerinnen der Anſtalt zu Wettkämpfen und gemeinſchaftlichen Freiübungen antraten.

Für den Schwimmunterricht, der verſchiedentlich in den Spielſtunden erteilt wurde, ſtand zwar die Militärbadeanſtalt zur Verfügung, doch wurde das Freibad in der Diemel gewöhnlich bevorzugt. Die Schüler der oberen und mittleren Klaſſen ſind zum allergrößten Teile des Schwimmens kundig.

III. Die Lehrer.

Am 31. 7. 1927 ſchied Fräulein Elfriede Rothmaler, die als techniſche Lehrerin ſeit Oſtern 1924 an der Anſtalt tätig geweſen war, aus dem Lehrerkollegium aus. An ihre Stelle trat Fräulein Sophie Niemann, bisher an der Eliſabethſchule in Schmalkalden. Herr Studienaſſeſſor Dr. Johannes Müller wurde am 19. 12. 1927 zum Studienrat ernannt.

Herr Oberſchullehrer Fauſt erhielt am 10. 3. 1928 eine Studienratsſtelle.

Am Schluſſe des Schuljahres verließ Herr Studienaſſeſſor Dr. Konrad Lenz, nachdem er zwei

Jahre die wiſſenſchaftliche Hilfslehrerſtelle verwaltet hatte, die Anſtalt. Für ihn trat Herr Studienaſſeſſor Dr. Friedrich Heinrich Hofmann, bisher am Oberlyzeum zu Marburg, in das Lehrerkollegium ein.

Dr. Friedrich Heinrich Hofmann wurde am 21. Inli 1894 in Höchſt am Main geboren. Nach

Beſuch der Sachſenhäuſer Oberrealſchule zu Frankfurt am Main ſtudierte er von 1913 bis 1914 in München

Germaniſtik, Nationalökonomie und Kunſtgeſchichte. Von 19141918 ſtand er, zuletzt als Leutnant d. R. und

Kompagnieführer, im Felde. Von 1919 bis 21 ſtudierte er in Frankfurt am Main Germaniſtik und neuere

Sprachen und promovierte am 26. 1. 1921 auf Grund ſeiner Diſſertation über romantiſche Überſetzungskunſt.

Am 17. 2. 1922 beſtand er die wiſſenſchaftliche Prüfung für das Lehramt an höheren Schuleu. Nach mehr⸗

jähriger Betätigung im internationalen Nachrichtendienſt wandte er ſich wieder dem Lehrerberuf zu und beſtand

am 17. Sept. 1926 die pädagogiſche Prüfung. Er war dann vom 1. 6. 1926 bis 12. 10. 1927 an der Höheren

Landwirtſchaftsſchule zu Weilburg und vom 12. 10. 1927 bis 31. 3. 1928 am Oberlyzeum zu Marburg tätig.

Der Lehrerausſchuß ſetzte ſich aus den Herren Studienrat Dr. Andrae, Studienrat Arndt und Studienrat Storck zuſammen.

Eine Oberſtudienratsſtelle beſteht an der Anſtalt nicht.