Jahrgang 
1927
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V. Elternbeirat.

Der Elterubeirat wurde am 13. Juni neugewählt. Dazu gehören jetzt: Rechtsanwalt Karl Heinemann(Vorſ.), Hofgeismar, Kaufmann Hermann Lacher, Hofgeismar, Juſtizinſpektor Hermarn Nadler, Hofgeismar, Frau Dina Röhling, Hofgeismar, Pfarrer Rudolf Uffelmann, Grebenſtein, Lagerhalter Theodor Weſſiepe, Hofgeismar.

VI. Verſchiedenes.

a. Die Errichtung eines neuen Schulgebäudes, die bei der wachſenden Schülerzahl ſich immer mehr als eine dringende Notwendigkeit erweiſt, wurde im Berichtsjahr immer wieder erörtert, mußte aber, weil der Staat wegen der ſchwierigen wirtſchaftlichen Geſamtlage keinerlei Unterſtützung dafür zuſagen konnte, einſtweilen verſchoben werden. Auch über die Platzfrage konnte bisher keine endgültige Entſcheidung getroffen werden. Im Intereſſe der Anſtalt, die zu Oſtern 1927 eine Beſuchsziffer von 306 Schülern und Schülerinnen aufweiſt, iſt dieſe abermalige Vertagung der Bauangelegenheit ſehr zu bedauern. Die beiden jetzt beſtehenden Mängel des Schulgrundſtücks, die fehlende Aula und der ganz unzulängliche, mitten im Verkehr liegende Schulhof, werden ſich niemals abſtellen laſſen. Es darf deshalb die Hoffnung nicht aufgegeben werden, daß die Schule doch in abſehbarer Zeit in ein neues Gebäude ihren Einzug halten wird, in dem ſie den ihr geſtellten hohen Aufgaben gerecht werden kann. Vor allem liegt es mit der Durchführung des Muſikunterrichts ſehr im argen, da der größte Raum des Anſtaltsgebäudes höchſtens 80 Schüler aufnehmen kann.

b. Für die Vermehrung der Lehr⸗ und Lernmittel ſah der Schulausſchuß auch im Haushalts⸗ plan für 1926/27 wieder beſonders reichlich bemeſſene Geldmittel vor, was beſonders dankbar hervorgehoben werden ſoll. Zur Unterhaltung und Vermehrung der naturwiſſenſchaftlichen Sammlungen ſtanden Mk. 2730- und für die Vermehrung der Lehr⸗ und Schülerbücherei Mk. 1050 zur Verfügung..

c. Der Ausbau der Schule zur Vollanſtalt fand mit der Anerkennung durch das Miniſterium (Erlaß vom 5. Juli 1926 UII 5715 II) ſeinen Abſchluß. Die Umwandlung in ein Reform⸗ Realgymnaſium wurde fortgeſetzt, ſodaß im Berichtsjahr in den Klaſſen VI OQlII nach den Lehrplänen des Reform⸗Realgymnaſiums und in den Klaſſen Ull O! nach denjenigen des Realgymnaſiums unter⸗ richtet wurde.

VII. Schulgeſchichte.

Das Schuljahr begann am 14. April mit gemeinſamer Andacht, der Verleſung der wichtigſten Beſtimmungen der Schulordnung und der Verpflichtung der neueingetretenen Schüler auf die Schul⸗ geſetze. Die Aufaahmeprüfungen hatten am 13. April ſtattgefunden.

Am 11. Auguſt beging die Schule die Verfaſſungsfeier. Die Anſprache hielt Herr Studien⸗ aſſeſſor Dr. Müller.

Am 31. Ottober beteiligten ſich die evangeliſchen Schüler an einem Gemeindeabend in der Altſtädter Kirche, um des Tages der Einſetzung der Reformation in Heſſen vor 400 Jahren feierlich⸗ zu gedenken. Der Schulchor ſang 2 Motetten.

Am 17. Februar wurde der 100. Todestag Peſtalozzis von den Klaſſen Ull Ol gemeinſam gefeiert. Herr Studienrat Keller gab einen Ueberblick über das Lebenswerk des großen Pädagogen.

Am 26. März veranſtaltete die Schule eine Gedenkfeier anläßlich des 100. Todestages Ludwig von Beethovens im großen Saale des Heſſiſchen Hofes. Der Schulchor ſang BeethovensOpferlied, Die Himmel rühmen undDona nobis pacem aus der C-dur-Meſſe. Der frühere Schüler W. Hermann ſpielte 2 Sätze aus der Sonate op. 13. Die Rede Grillparzers am Grabe Beethovens und Teile des Heiligenſtädter Teſtaments wurden von Schülern vorgetragen.