Jahrgang 
1912
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II. Auswahl aus den Verfügungen der vorgeseizten Behörden.

3. Mai Der verewigten Kaiserin und Königin Augusta soll an ihrem Geburtstage, dem 30. September, in geeigneter Weise beim Unterricht gedacht werden.

11. Mai Mitteilung eines Ministerialerlasses betr. Jugendpflege.

8. Juli AufKirchner, die Zahnpflege in den Schulen, wird empfehlend aufmerksam gemacht.

2. August. Bei aussergewöhnlicher Hitze kann über die geltenden Bestimmungen hinaus der Unterricht ausgesetzt werden.

7. August. Die Schüler sind auf die Gefahren hinzuweisen, die dadurch entstehen, dass in einem Walde oder in der Nähe desselben Feuer angezündet wird.

22. September. Mitteilung einer Ministerialverfügung, betreffend die Einführung der Kurzstunde von 45 Minuten.

12. Oktober. Die Einführung eines fünfstündigen Unterrichts am Vormittag wird genehmigt.

28. Oktober. Mitteilung einer Ministerialverfügung, betreffend das Verfahren bei den schrift- lichen Klassenarbeiten. Es wird darin der einseitigen Wertschätzung des sogenannten Extemporales entgegengetreten und bestimmt, dass nur alle 4 bis 6 Wochen Klassen- arbeiten angefertigt werden.

25. November. Mitteilung eines Aufrufes zur Sammlung von Briefen, Tagebüchern etc. aus Kriegszeiten. Als Sammel- und Aufbewahrungsstelle ist für die hiesige Provinz die Königl. Universitäts-Bibliothek in Marburg bestimmt.

5. Januar. UÜbersendung von 15 Exemplaren KoserAus dem Leben Friedrichs des Grossen zur Verteilung an die Schüler am Geburtstage Seiner Majestät des Kaisers.

10. Januar. Desgleichen 1 Exemplar WislicenusDeutschlands Seemacht als Geschenk für einen würdigen Schüler.(Dasselbe erhielt der Schüler der Untersekunda Richard Sander.)

25. Januar. Bei der Schlussprüfung an unvollständigen Anstalten ist ebenso zu verfahren wie bei der Versetzung nach Obersekunda an den Vollanstalten.

III. Chronik der Anstalt.

Das neue Schuljahr begann am 20. April mit der Aufnahmeprüfung. Es wurden 18 Schüler neu aufgenommen und zwar 2 in UIII und 16 in VI.

Beim Beginn des Schuljahres nahm der Oberlehrer Dr. Andrae, der während des ver- gangenen Jahres wegen Krankheit beurlaubt war, seine Tätigkeit an der Anstalt wieder auf. Sein Vertreter, der wissenschaftliche Hilfslehrer Paul, wurde an die Realschule in Ems berufen. An die Stelle des an das Gymnasium zu Anklam berufenen Zeichenlehrers Günther trat der Zeichenlehrer Faust aus Elversberg bei Neunkirchen an der Saar.

Adolf Paust, geb. 1882 zu Wellesweiler(Kr Ottweiler), erhielt seine Vorbildung auf dem Lehrerseminar zu Ottweiler, wo er im März 1903 die erste Volksschullehrerprüfung bestand. Nachdem er vom l. April 1903 bis 31. März 1904 in Cöln als Einjährig-Freiwilliger seiner Militârpflicht genügt, wurde er Lehrer an der Volksschule zu Dörrenbach(Kr. St. Wendel). Im Mai 1906 bestand er die zweite Volksschullehrerprüfung und nach zweijährigem, Besuche der Kunstgewerbeschule zu Cassel im Juni 1910 die Zeichenlehrerpräfung. Im Winter 1910/11 war er Hauptlehrer 1. V. an der Volksschule in Elversberg(Kr. Ottweiler), von wo er Ostern 1911 an die hiesige Anstalt berufen wurde.