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Arbeitsfreudigkeit. Sein aufrechtes Wesen und seine kollegiale Gesinnung erwarben ihm die Wertschätzung seiner Amtsgenossen, sein frischer Sinn die Liebe seiner Schüler.
Die Anstalt erleidet durch sein Hinscheiden einen schweren und herben Verlust und wird ihm allzeit ein treues und dankbares Andenken bewahren.“
Am 16. Dezember wurde zur Feier des Sieges bei Lowicz nach einer Ansprache des Direktors der Unterricht ausgesetzt.
Die Weibnachtsferien dauerten vom 24. Dezember bis zum 4. Januar(einschl.).
Nach den Weihnachtsferien ergaben sich für die Fortführung des Unterrichts erheb- liche Schwierigkeiten und mancherlei Verschiebungen, da Oberlehrer Dr. Kling wegen Krankheit einen längeren Urlaub nehmen mußte und die mit Vertretung abwesender Ober- lehrer beauftragten Kandidaten Bruckner und Huth am 1. bezw. am 15. Februar als Landsturmpflichtige zum Heeresdienst eingezogen wurden. Die Aufrechterhaltung eines ge- ordneten Unterrichtsbetriebs wurde nur dadurch ermöglicht, daß die Stundenzahl einiger Lehrfächer verkürzt und Aushilfe außerhalb des Kollegiums herangezogen wurde. Herr Vikar Gensicke übernahm(bis zum 28. Februar) 4 Stunden Religionsunterricht, Herr Pfarrer Küster vom 4. Februar an 7 Stunden Latein und Herr Kandidat des höheren Lehramts Schneider 12 Stunden mathematischen Unterricht. Diesen Herren sei hiermit für die Bereit- willigkeit, womit sie sich in den Dienst der Schule stellten, im Namen der Anstalt ver- bindlichster Dank gesagt.
Am 8. Januar verschied im hohen Alter von 87 Jahren Herr Oberregierungsrat a. D., Geh. Regierungsrat D. Dr. Lahmeyer, der lange Jahre als Mitglied, dann als Direktor und auch noch nach seinem Uebertritt in den Ruhestand als Ehrenmitglied dem Königl. Provinzial-Schulkollegium zu Cassel angehört hat. Er hat sich um die Entwicklung des höheren Schulwesens unsrer Provinz große Verdienste erworben; und besonders mit unsrer Anstalt wird sein Name dauernd verbunden bleiben, da sie von ihrer Gründung an mehrere Jahre seiner Oberleitung unterstellt war und sich auch nachher noch seines Wohlwollens erfreuen durfte. Der Direktor gab dem Dank und der Teilnahme des Lehrerkollegiums in. einem Nachruf in der Konferenz und in einem Schreiben an die Angehörigen des Ent- schlafenen Ausdruck.
Am 27. Januar wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs in üblicher Weise durch einen Festaktus gefeiert. Die Festrede hielt Ober- lehrer Fahrenholz über die deutsche Flotte. Die auf Befehl Sr. Majestät der Anstalt über- wiesenen Prämien wurden den Schülern Theoder Dietz(O II) und Wilhelm Klein(U 2) verliehen.
Am 19. Februar fand den Heldentod bei den Kämpfen in den Champagne ein lieber: und tüchtiger Schüler der Anstalt, Hans Fabian, der bis zum Ausbruch des Kriegas der Unterprima angehört hatte. In edler Begeistrung war er gleich nach Beginn der Mobil- machung als Kriegsfreiwilliger bei dem Feldartillerie-Regiment Nr. 63 in Frankfurt a. M. eingetreten und schon nach wenigen Wochen ins Feld gerückt. Auf verschiedenen Schau- plätzen im Westen hat er in der ersten Ersatz-Abteilang seines Regiments mitgekämpft, wurde zum Unteroffizier befördert und mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Der Direktor gedachte seines Heldentodes vor versammelter Schulgemeinde; die Anstalt wird ihrem jugendlichen Helden ein treues Andenken bewahren.
Die drei Oberprimaner, die zurückgeblieben waren, unterzogen sich Ostern der Reifeprüfung. Die schriftlichen Arbeiten wurden in den Tagen vom 4. bis 9. Februar angefertigt; die mündliche Prüfung wurde am 3. März unter dem Vorsitz des Herrn Provinazial- schulrats Kanzow abgehalten. Sämtlichen Prüflingen wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt, darunter zweien unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.
Schlußprüfungen an der Realschule wurden im September(Notprüfung) und Ostern unter dem Vorsitz des Direktors abgehalten. Das Zeugnis der Reife für die Ober- sekunda einer Oberrealschule erhielten im September 5, Ostern 23 Untersekundaner.
An der Goldsammlung beteiligten sich die Schüler mit großem Eifer; sie konnten über 40 000 Mark an die städtische Sparkasse abliefern.


