Jahrgang 
1913
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II Verfügungen der vorgesetzten Behörden.

Cassel, 25. März. Se. M. der Kaiser und König hat mittels Allerh. Erlasses vom 11. März dem unterzeichneten Direktor den Roten Adler-Orden IV. Klasse zu verleihen geruht.

Oassel, 17. Mai. Die Kandidaten des höheren Lehramts sind in Zukunft bei Be- ginn der praktischen Ausbildung zu vereidigen.

Cassel, Juli(Berlin, 6. Juli). Im Turnunterricht sind Übertreibungen zu vermeiden.

Oassel, 31. Okt.(Berlin, 21. Sept.). Betr. die durch die überhandnehmende Schundliteratur drohenden Gefahren(abgedruckt unter VII).

Cassel, 9. Januar. Ferienordnung für das Schuljahr 1913/14.

Cassel, 17. Februar(Berlin, 5. Februar.) Für den 10. März wird zur Erinnerung an die Stiftung des eisernen Kreuzes und an den Geburtstag der Königin Luise eine Schul- feier angeordnet.

1912.

III. Chronik der Anstalt.

Die Aufnahmeprüfung fand am 15. April, die Eröffnung des Schuljahres am 16. April in der üblichen Weise statt. Aufgenommen wurden in das Gymnasium 38, in die Realschule 52(einschl. der aus der Vorschule versetzten), in die Vorschule 36 Schüler. Die Gesamtzahl der Schüler belief sich am Anfange des Schuljahres im Gymnasium auf 243, in der Realschule auf 237, in der Vorschule auf 100 Schüler.

Das Lehrerkollegium erfuhr eine Vermehrung, indem mit dem Beginn des Schuljahres der Kandidat des höheren Lehramts Herr Wilhelm Fahrenholz als wissen- schaftlicher Hilfslehrer neu eintrat. Am 1. Oktober rückte der Kandidat des höheren Lehr- amts Herr Dr. Gustav Schad in die durch den Abgang des nunmehrigen Herrn Lyzeal- direktors Prof. Dr. Suchier erledigte Oberlehrerstelle ein. Herr Oberlehrer Dr. Schad be- richtet über seinen Lebenslauf folgendes:

Dr. Gustav Schad wurde am 3. Oktober 1887 zu Gießen geboren. Seine Schulbildung erhielt er am Realgymnasium seiner Heimatstadt und studierte dann von Ostern 1906 bis Ostern 1910 an der Universität Gießen neuere Sprachen. Im Juli 1910 legte er dort die Prüfung für das höhere Lehr- amt ab. Im juli 1911 promovierte er zum Dr. phil. Das Seminarjahr leistete er von Michaelis 1910 bis Michaelis 1911 am Realgymnasium zu Mainz ab. Michaelis 1911 wurde er in den höheren preußischen Schuldienst übernommen und dem Gymnasium nebst Realprogymnasium zu Limburg a. d. Lahn zur Ableistung seines Probejahres überwiesen. Schon an Weihnachten verließ er diese Anstalt, um sein Probejahr am Gymnasium nebst Realschule zu Höchst a. M. fortzusetzen, wo er gleichzeitig als wissenschaftlicher Hilfslehrer voll beschäftigt war. Am 1. Oktober 1912 übernahm er die bis dahin von ihm verwaltete Oberlehrerstelle.

Der Kandidat des höheren Lehramts, Herr Wirbelauer, wurde Ostern 1912 an das Königl. Gymnasium zu Hersfeld als wissenschaftlicher Hilfslehrer, Herr Kandidat Lendle im Laufe des Sommerhalbjahres auf seinen Antrag an die Oberrealschule in Wiesbaden versetzt.

Am Anfang des Winterhalbjahres wurden die Kandidaten des höheren Lehramts Herr Schreiber und Herr Dr. Helfenbein der Anstalt zur Ableistung des Probejahres überwiesen.

Gleich mit dem Beginn des Schuljahres wurden Vertretungen notwendig, indem der Direktor von Ostern bis Pfingsten einen Krankheitsurlaub nachsuchen mußte und