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kounte ihm das Bedauern des Kollegiums über scin so baldiges Scheiden aus seinem Wirkungs- kreis aussprechen. Das Dezernat über dic Anstalt übernahm der neu in das Königl. Provinzial- Schulkollegium berufene Herr Provinzialschulrat Kanzow.
Die Erinnerung an den Tag von Sedan wurde am 2. September in herkömmlicher Weise durch einen öffentlichen Festakt begangen, wobei der Oberprimaner Simmet einen Vor- trag hielt über die kriegerischen Ercignisse, die zur Schlacht bei Sedan geführt haben.
Wahrend der Herbstfericn, die vom 1. bis zum 12. Oktober dauerten, starb ein braver Schülcer der Realschule, der Obertertianer Erich Hild in Soden a. T. Seine hier an- wesenden Klassengenossen gaben ihm mit ihrem Klassenlehrer das letzte Geleite.
An dem in Marburg vom 4. bis 6. Oktober stattgefundenen Oberlchrerkursus beteiligten sich die Professoren Bruch, Martin und Franke, während der Direktor vom 10. bis 15. Oktober an einem schulhygienischen Ferienkursus in Göttingen teilnahm.
Der mit Beginn des Winterhalbjahrs der Anstalt zur Ableistung des Probejahres über- wiesene Kandidat des höheren Lehramts August Schnell wurde schon nach wenigen Tagen zur Fortsetzung des Probejahres und zur Versehung einer Oberlehrerstelle an das Königl. Gymnasium in Wiesbaden versetzt.
Am 9. und 10. November besuchte der neue Dezernent der Anstalt, Herr Provinzial- schulrat Kanzow die Anstalt und wohnte dem Unterricht in allen Klassen bei.
Die Weihnachtsferien fielen in die Zeit vom 21. Dezember bis zum 3. Januar.
Dem Oberlehrer Bellinger wurde durch Erlaß des Herrn Ministers der geistl. usw. Angelegenheiten vom 17. Dezember 1910 der Charakter als Professor und durch Aller- höchste Kabinettsorder vom 10. Januar 1911 der Rang dar Räte IV. Klasse verlichen.
Am 16., 17., 23., 24. und 31. Januar wurde der Unterricht am Nachmittag ausgesctzt, um den Schülern Gelegenheit zum Eislauf zu geben.
Am 27. Januar beging die Anstalt unter zahlreicher Beteiligung der Behörden, der Eltern unserer Schüler und sonstigen Freunde der Schule die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs in herkömmlicher Weise mit Gesang, Dekla- mation und Vorträgen des Schülerorchesters. Die Festrede mußte auch in diesem Jahre wegen plötzlicher Erkrankung des Festredners der Direktor übernehmen, der über die deutsche Kaisersage und ihre Bedeutung sprach. Das auf Befehl Sr. Majestät der Anstalt als Prämie überwiesene„Marine-Album“ wurde nach einem Beschluß der Lehrerkonferenz dem Ober- sekundaner Litzinger verliehen und diesem von dem Direktor überreicht.
Der schriftlichen Reifeprüfung, die am 1., 3., 4., 6. und 7. Februar stattfand, unterzogen sich 14 Oberprimaner. Die mündliche Prüfung wurde am 10. März unter dem Vorsitz des Herrn Provinzialschulrats Kanzow und in Gegenwart des Herrn Bürgermeisters Dr. Janke als Vertreters des Kuratoriums und am 11. März unter dem Vorsitz des Direktors abgehalten. 10 Oberprimanern wurde das Zeugnis der Reife zuerkannt, darunter einem unter Befreiung von der mündlichen Prüfung. Ein Oberprimaner, der wegen Erkrankung an der mündlichen Prüfung nicht teilnehmen konnte, unterzog sich derselben am 24. März; auch er erhielt das Zeugnis der Reife.
Die Schlußprüfung an der Realschule, die am 27. März unter dem Vorsitz des Direktors stattfand, bestanden 16 Schüler der Untersekunda.
Der Unterricht erlitt auch in diesem Jahre häufige Störungen. Im Sommer mußte Oberlehrer Schlegel wegen einer militärischen Dienstleistung während der ersten 8 Wochen vertreten werden; seine Vertretung übernahm der Kandidat des höheren Lehramts Ludwig Müller(s. o.). In derselben Zeit erkrankte Oberlehrer Dr. Hunke, zu dessen Vertretung der Kandidat des höheren Lehramts Dickhaut der Anstalt überwiesen wurde. Vom 15. Juni bis zu den Sommerferien mußte sodann Professor Brötz wegen eines Scharlachfalles in seiner Familie den Unterricht aussetzen. Um den Unterricht in geordneter Weise fortsetzen zu können, wurde eine Veränderung in der Unterrichtsverteilung vorgenommen, und zugleich übernahm Herr Pfarrer Küster 16 Stunden Latein in OIII und IV. Für die Bereitwilligkeit, womit er der Anstalt seine Mitarbeit zur Verfügung stellte, sei ihm hiermit verbindlicher Dank ausgesprochen.— Im Winter erkrankten die Professoren Brötz und Gerlach und mußten dem Unterricht vom 24. bezw. 27. Oktober bis Weihnachten fernbleiben. Während


