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Mit Versehung der durch den Tod des Professor Dr. Lohberg erledigten Oberlehrer- stelle wurde der Kandidat des höheren Schulamts König beauftragt, der schon bisher zur Vertretung desselben der Anstalt zugewiesen worden war.
Während der Herbstferien nahmen die Professoren Bruch und Dr. Erxleben sowie Oberlehrer Dr. Sieke an einem Ferienkursus in Marburg teil. Vom 8. bis zum 20. Oktober war Oberlehrer Herr zur Teilnahme an einem naturwissenschaftlichen Ferien- kursus in Frankfurt a. M., vom 15. bis zum 27. Oktober Professor Dr. Suchier zur Teil- nahme an einem neusprachlichen Ferienkursus gleichfalls in Frankfurt a. M. beurlaubt.
Die durch den Tod des Professor Dr. Lohberg erledigte Bibliothekarstelle wurde vom Königlichen Provinzial-Schulkollegium auf Vorschlag des Direktors dem Oberlehrer Dr. Sieke übertragen.
Dem Oberlehrer Dr. Sieke wurde durch Erlaß des Herrn Ministers der geistlichen pp. Angelegenheiten vom 18. Dezember der Charakter als Professor und durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 21. Januar 1907 der Rang der Räte IV. Klasse verlichen.
Durch Beschluß der städtischen Kollegien wurde auf Antrag des Direktors festgesetæt, daß für die im§ 3 Abschnitt 2 des Normaletats vom 4. Mai 1892 vorgesehene Anrechnung der über 4 Jahre hinausgehenden Beschäftigung als Hilfslehrer die Anciennität zu Grunde gelegt werde, dergestalt, daß die im öffentlichen Schuldienste oder an einer militärberech- tigten Privatanstalt vor der festen Anstellung zugebrachte Zeit, sofern sie vom Tage der Anstellungsfähigkeit an gerechnet 4 Jahre übersteigt, auf das Besoldungsdienstalter angerechnet werden soll. Auf Grund dieses Beschlusses wurde das Besoldungsdienstalter der Professoren Bruch und Dr. Sieke, sowie der Oberlehrer Müller und Bellinger neu geregelt.
Die Weihnachtsferien dauerten vom 23. Dezember bis zum 7. Januar(einschließlich).
Am 27. Januar feierte die Anstalt in herkömmlicher Weise den Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers und Königs. Um die Verschönerung dieser Festlichkeit machte sich der nach den Herbstferien gegründete Gymnasial-Musikverein verdient, dessen Leitung der Vorschul- lehrer Linder in dankenswerter Weise übernommen hat. Die Festrede hielt Oberlehrer Hofmann über die Reformen des Freiherrn vom Stein. Das auf Befehl Sr. Maj. des Kaisers und Königs der Anstalt überwiesene Werk Wislicenus„Deutschlands Seemacht“ wurde dem Oberprimaner Ries vom Direktor überreicht.
Am 5. und 8. Februar wurde der Nachmittag zum Eislauf freigegeben.
Die schriftliche Reifeprüfung der Oberprimaner fand vom 31. Januar bis zum 5. Februar statt; es unterzogen sich derselben 5 Schüler. Die mündliche Prüfung wurde am 6. März unter dem Vorsitz des mit den Geschäften des Königlichen Kommissars beauftragten Direktors und in Gegenwart des Herrn Bürgermeisters Palleske als Vertreters des Kura- toriums abgehalten. 3 Oberprimaner erhielten das Zeugnis der Reife, davon 2 unter Be- freiung von der mündlichen Prüfung.
Die Schlußprüfung an der Realschule, die am 13. März unter dem Vorsitz des Direktors stattfand, bestanden 19 Schüler der 1. Klasse.
Der Gesundheitszustand unter Lehrern und Schülern ließ manches zu wünschen übrig. Daß Professor Dr. Lohberg mehrere Monate an der Ausübung seiner Berufspflichten verhindert war und daß dann seine Krankheit zum Tode führte, ist schon erwähnt worden. Der evangelische Religionslehrer, Pfarrer Schmitt, war im Sommer, der Lehrer am Gym- nasium Jung im Winter mehrere Wochen genötigt den Unterricht auszusetzen. Auch mehrere andere Lehrer mußten wegen vorübergehender Erkrankung ihren Unterricht auf kürzere Zeit unterbrechen.
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