Jahrgang 
1907
Einzelbild herunterladen

27

1907.

Cassel, 19. Januar. Auf Befehl Sr. Maj. des Kaisers und Königs wird der Anstalt 1 Exemplar WislicenusDeutschlands Seemacht als Prämie für einen besonders guten Schüler überwiesen.

Cassel, 25. Januar. Dem Prof. Dr. Sieke ist der Rang der Räte IV. Klasse verliehen.

Berlin, 29. Januar. Veränderte Fassung des§ 90 der Wehrordnung.

Berlin, 8. Februar. Am 12. März sollen die evangelischen Schüler auf die Be- deutung Paul Gerhardts hingewiesen werden(300 jähriger Geburtstag).

OO

III. Chronik der Anstalt.

Vor Beginn des neuen Schuljahres wurde den Professoren Bruch, Dr. Lohberg, Dr. Erxleben und Dr. Suchier durch Allerhöchste Kabinets-Ordre vom 12. März der Rang der Räte IV. Klasse beigelegt.

Mit dem 1. April wurde der bisher mit der Verwaltung einer Oberlehrerstelle beauf- tragte Kandidat des höheren Schulamts Herr zum Oberlehrer ernannt.

Balthasar Herr, geboren am 18. Januar 1877 zu Weißkirchen im Obertaunuskreis, katho- lischer Konfession, erhielt seine Vorbildung auf dem Gymnasium zu Montabaur, das er mit dem Zeugnisse der Reife verließ, um auf den Universitäten Berlin und Marburg Mathematik und Natur- wissenschaften zu studieren. Die Prüfung für das höhere Lehramt bestand er am 26. Februar 1904. Ostern 1904 wurde er der Klinger-Oberrealschule zu Frankfurt a. M. zur Ableistung des Seminarjahres überwiesen. Von Ostern 1905 bis Ostern 1906 war er an dem Gymnasium und an der Realschule zu Höchst a. M. mit der Verwaltung einer Oberlehrerstelle beauftragt; zugleich leistete er hier sein Probejahr ab.

Die Aufnahmeprüfung fand am 22. April statt; es wurden dabei aufgenommen in das Gymnasium 40, in die Realschule 36 und in die Vorschule 43 Schüler. Am 23. April wurde dann das neue Schuljahr durch einen Gottesdienst eröffnet, der für die evangelischen Schüler in der Turnhalle der Anstalt, für die katholischen in der Stadtkirche abgehalten wurde. Hierauf fand in der Turnhalle eine gemeinsame Schulfeier statt, wobei der Direktor die Schulgesetze vorlas, die neu aufgenommenen Schüler durch Handschlag verpflichtete und den zum Oberlehrer gewählten Dr. Hof in sein Amt einführte.

Adolf Karl Hof, geboren den 22. Mai 1873 zu Frankfurt a. M., evangelischer Konfession, absolvierte das dortige Realgymnasium Wöhlerschule, studierte von 1893 1808 in Bonn Naturwissen- schaften und promovierte dortselbst 1898. Die Prüfung für das höhere Lehramt legte er in Marburg 1903 ab. Ostern 1903 wurde er der Klinger-Oberrealschule zu Frankfurt a. M. zur Ableistung des Seminarjahres, 1904 dem Königl. Gymnasium zu Hanau zur Ableistung des Probejahres überwiesen. Er gehörte bis 1906 dieser Anstalt als wissenschaftlicher Hilfslehrer an. Ostern 1906 wurde er als Oberlehrer am Gymnasium und der Realschule zu Höchst a. M. angestellt. Im Druck sind von ihm erschienen: 1) Histologische Studien an Vegetationspunkten, 1898. 2) Zur Topik der Alkali-Vertei- lung in pflanzlichen Geweben, 1903.

Am 22. und 23. Mai nahmen der Direktor, Prof. Brötz und Oberlehrer Dr. Sieke an der 31. Hauptversammlung des Vereins von Lehrern an höheren Unterrichtsanstalten der Provinz Hessen-Nassau und des Fürstentums Waldeck in Weilburg teil. Oberlehrer Dr. Sieke hielt daselbst einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen, in hohem Maße anregenden Vortrag über das Thema:Welche Werte stellt Schiller für die deutsche höhere Schule dar?

Die Pfingstferien dauerten vom 2. bis zum 11. Juni(einschl.). Am 21. Juni unternahmen die meisten Klassen unter Leitung ihrer Klassenlehrer

Schulausflüge.