Jahrgang 
1902
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3. Uebersicht

über die während des abgelaufenen Schuljahres erledigten Lehraufgaben. A. Hauptanstalt.

Prima G.

Ordinarius: Oberlehrer Dr. Lohberg.

1. Religionslehre. 2 St. zusammen mit II. a) katholische: Die Glaubenslehre, und zwar die Lehre von Gott, der Schöpfung und der Erlösung. Dazu Wiederholuug aus der Apologetik und Sittenlehre. Kirchengeschichte: Das christliche Altertum, dazu Wieder- holung aus dem Mittelalter und der Neuzeit. Bellinger. b) evangelische: Glaubens- und Sittenlehre im Anschluss an ausgewählte Schriftabschnitte des N. T. und die Confessio Augustana. Wiederholung der Kirchengeschichte, insbesondere Reformationsgeschichte und neuere Zeit. Gelesen(nach dem Urtext) das Evangelium des Johannes. Schmitt.

2. Deutsch. 3 St. Proben von den wichtigsten Schriftstellern des 16. und 17. Jahr- hunderts. Klopstocks Leben und Bedeutung, einige Oden. Lessings Leben und wichtigste Werke. Die wichtigsten Abschnitte aus dem Laokoon. Schillers Jugenddramen in kürzerer Besprechung; seine kulturhistorischen Gedichte und seine Gedankenlyrik. Braut von Messina. Goethes Gedankenlyrik; Iphigenie. Abschnitte aus Dichtung und Wahrheit. Shakespeares Julius Cäsar. Gelegentliches Auswendiglernen von Stellen aus den gelesenen Dichtungen. Uebungen in frei gesprochenen Berichten. Sieke.

Themata der Aufsätze: 1. Welches sind die hauptsächlichsten Ursachen der Kolonisation? 2. Warum haben die Künstler den Laokoon nicht schreiend dargestellt?(Klassenaufsatz.) 3. Wodurch hat sich Sokrates so verhasst gemacht, dass er unschuldig zum Tode verurteilt wurde? 4. Die Vorfabel von Schillers Tragödie Die Braut von Messina.(Klassenaufsatz.) 5.0 u αůoeis dννιιναασπασ ο mτππαάeεν. 6. Welches sind die Ursachen der Blüte der deutschen Hansa, welches diejenigen ihres Verfalles?(Klassenaufsatz.) 7. Durch

welche Mittel der Rede weiss Marce Anton in der Leichenrede Julius Cäsars auf seine Zuhörer zu wirken? 8. Lust und Liebe sind die Fittiche zu grossen Thaten.(Klassenaufsatz.)

Aufsatz der Reifeprüfung: Klopstock als Lyriker.

3. Latein. Grammatik: Grammatische Wiederholungen und Uebungen im mündlichen Uebersetzen aus dem Deutschen ins Lateinische. Alle 14 Tage eine Uebersetzung ins Lateinische als Klassenarbeit, in jedem Vierteljahr eine Uebersetzung aus dem Lateinischen ins Deutsche als Klassenarbeit. Prosalektüre: Cicero, pro Milone; Tacitus, Germania(mit Auswahl) und Annalen I. Privatlektüre aus Livius. 5 St. wöchentlich. Erxleben. Horaz. Sat. I, 6 und Oden I.III. Buch. 2 St. wöchentlich. Lange.

4. Griechisch. 6 St. Lektüre: Homers Ilias I. XII. Buch mit Auswahl; Sophocles' Oedipus Rex; aus beiden wurden geeignete Stellen memoriert. Plato, Apologie des Sokrates. Demosthenes I. u. II. Philipp. Rede. Alle 4 Wochen eine Uebersetzung aus dem Griechischen ins Deutsche als Klassenarbeit, daneben Uebungsarbeiten aus dem Deutschen ins Griechische. Grammatische Wiederholungen. Lange.

5. Französisch. 3 St. Gelesen wurde im Sommer: Sandeau, Mademoiselle de la Seigliére(Ausg. Hartmann), im Winter: Daudet, Tartarin de Tarascon(Ausg. Hartmann) und St. Pierre, Paul et Virginie(Ausg. Velhagen und Klasing). Alle 14 Tage eine schriftliche Uebersetzung aus dem Französischen; grammatische Wiederholungen und Uebersetzungen ins Französische im Anschluss an die zusammenhängenden Uebungsstücke des Lehrbuches. Sprechübungen. Suchier.

6. Hebräisch(wahlfrei). 2 St. Die Lehre vom Verbum und Nomen wiederholt und vertieft. Das Wichtigste aus der Syntax. Lehrbuch: Hollenberg-Budde, Hebräisches Schul- buch. Gelesen: Einzelne Kapitel aus Genesis, Exodus, Josue und einige Psalmen. Bellinger.