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der Stadt— untergrabene Vertrauen auf den Fortbeſtand der Schule immer wieder von neuem erſchüttert wurde, nicht gehalten werden konnte, erklärte ich mich, um der von zwei Seiten her mit allen Mitteln betriebenen Vereinigung meinerſeits perſönlich nicht hinderlich zu ſein, zuerſt mündlich und darauf hin am 3. November 1878 auch ſchriftlich bereit, mich in den Ruheſtand verſetzen zu laſſen, obgleich ich geſetzlich nicht dazu verpflichtet war, und vereinbarte mich im Februar 1880 mit den ſtädtiſchen Behörden dahin, daß meine Penſionierung mit dem Tage beginnen ſollte, an welchem die Vereinigung der höheren Bürgerſchule mit dem Gymnaſium eintreten würde. Ich hielt es für meine Pflicht, ſo lange im Amte zu bleiben, als noch die wahren Urſachen des traurigen Ausgangs der Schule— den ich im Intereſſe der Stadt Hersfeld beklage— von irgend einer Seite her angefochten werden konnten, und bis zur endgültigen Entſcheidung die Schule nach allen Seiten hin perſönlich und offen zu vertreten. Da ſich die Entſcheidung über die Schule länger als ich erwartet hatte, hinzog und ich nunmehr meiner Pflicht der Verantwortlichkeit völlig genügt zu haben glaubte, ſtellte ich am 28. Februar d. J. bei Königlichem Provinzial⸗Schul⸗ kollegium den gehorſamſten Antrag, mich unter den im Bericht des Vorſtands vom 19. Februar v. J. ausgeſprochenen Bedingungen vom 1. April cr. an in den Ruheſtand zu verſetzen. Nach erfolgter Entſcheidung ſtellte mir dieſe hohe Behörde anheim, ob ich bei meinem Antrag vom 28. Februar bleiben oder die Schule bis zum 1. April 1882 weiter führen wolle, und ich habe hierauf, da nun⸗ mehr die Hauptfrage entſchieden iſt und auch alle mich perſönlich berührenden Nebenfragen ihre Er⸗ ledigung gefunden haben, meine Penſionierung vom 1. Mai d. J. an beantragt, weil ich ſelbſt noch die Schule bis zum Schluß des Schuljahrs führen und in das neue Schuljahr ohne Störung über⸗ leiten will. Von dieſem Tage an wird vorausſichtlich die Schule unter Leitung des Gymnaſialdirektors mit teilweiſe erneuten Lehrkräften bis zur völligen Vereinigung derſelben mit dem Gymnaſium in der ſeitherigen Weiſe fortgeführt werden, ſo daß der Unterricht in keiner Weiſe eine Unterbrechung erleiden wird.
Die beauftragten Lehrer Wolf und Schenk werden mit Ablauf des Schuljahrs die Anſtalt verlaſſen, letzterer um eine ordentliche Lehrerſtelle an der Realſchule in Gera anzunehmen; beiden Lehrern ſage ich für ihre der Schule treu geleiſteten Dienſte im Namen derſelben meinen Dank.
Die vaterländiſchen Feſte, der Allerhöchste Geburtstag Seiner Majestät unseres Kaisers und Königs und der Tag von Sedan, wurden auch in dieſem Jahre in herkömmlicher Weiſe begangen.
Die Sammlungen und Lehrmittel wurden aus dem dafür beſtimmten Verlag entſprechend ver⸗ mehrt. An Geſchenken erhielt die Anſtalt von Herrn Fabrikant Kehr 1 Mäuſebuſſard(Buteo vulgaris) und 1 Waſſerralle(Rallus aquaticus), beide ausgeſtopft, und von Herrn Stabsarzt Dr. Kriſch 1 Waldkauz(Ulula aluco), wofür ich den Gebern im Namen der Schule hiermit öffentlich danke.
Am Ende des vorigen Schuljahrs erhielt ein Unterſecundaner, Karl Dithmar aus Homberg, das Zeugnis über die wiſſenſchaftliche Befähigung für den einjährig⸗freiwilligen Militärdienſt.


