Jahrgang 
1927
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4.) DasFest der deutschen Schule auf dem Tageberg(Tanzplatz), bei dem der Oberprimaner Salzmann einen anschaulichen Bericht von der Pfingsttagung in Goslar gab. Eine besondere Note erhielt die Feier, an der auch die anderen Hersfelder Schulgruppen teilnahmen, durch eine Ansprache des Schulrats Müller aus Hermannstadt(Siebenbürgen).

5.) Zwei Vorführungen des V. D. A.⸗Trickfilms und einiger anderer Filme im November. Der erste diente der Werbung der Sextaner und Quintaner, die von jetzt an ebenfalls Mitglieder der Schulgruppe werden können.

6.) Am 20. Dezember ein Lichtbildervortrag von Frl. Studienrat Lindenau über ihre Reise nach Rumänien.

7.) Am vorletzten Schultage die Vorführung des Goslarfilms.

Seit Oktober wird in jedem Monat eine Obmännersitzung abgehalten.

Die Spielnachmittage und Schulwanderungen wurden den Bestimmungen gemäß abgehalten. Viermal führten uns Schülervorstellungen in das Staatliche Theater in Kassel; wir verbanden damit Wanderungen im Park von Wilhelmshöhe. Ueber den Sportbetrieb ist unterTurnen berichtet. Rudersport kann auf der Fulda wegen der Untiefen, des außerordentlich stark gewundenen Laufes und der vielen, kurz auf einander folgenden Wehre nicht ausgeübt werden.

Um die Gesundheit namentlich der Fahrschüler zu fördern, die nach Schulschluß noch längere Zeit auf ihren Zug warten müssen, ist auf Anregung von Stud.⸗Rat Rudolph ein Milchverkauf eingerichtet. Die Schüler können gegen geringes Entgelt zum Frühstück warme Milch erhalten, wovon etwa 30% Gebrauch machen. Auch hier hat die Vereinigung ehemaliger Klosterschüler die Mittel für die erste Einrichtung in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Ausgegeben wurden rd. 3100 Liter Milch in 12280 Portionen.

Eine regelmäßige ärztliche Ueberwachung der Schüler fand nicht statt.

i. Schulgeld, Freistellen, Hilfsbücherei, Stiftungen.

Das Schulgeld beträgt jährlich 200 RM., die in Monatsraten zu zahlen sind. Eltern, die mehrere Kinder auf höhere Schulen oder Hochschulen schicken, haben Anspruch auf gesetzliche Ermäßigung und zwar für das zweite Kind 25%, für das dritte 500%, für alle folgenden 100%. Außerdem können Schulgeldbefreiungen und Erziehungsbeihilfen an würdige und bedürftige Schüler gewährt werden. Für soziale Zwecke stehen im ganzen 20% des Schulgeldaufkommens zur Ver- fügung. Die Zahl der Freistellen betrug im Sommer: 10 ganze, 2 dreiviertel, 49 halbe, 50 ein⸗ viertel; im Winter: 10 ganze, 2 dreiviertel, 48 halbe, 53 einviertel. Gesetzliche Schulgeldermäßigung genossen im Sommer: 1 Schüler 100%, 20 Schüler 50%, 92 Schüler 25%; im Winter: 1 Schüler 100%, 21 Schüler 50%, 87 Schüler 25%.

Die Schülerhilfsbücherei ist gegründet im Jahre 1921, sie steht unter Leitung von Studien- rat Fromme. Der Grund wurde gelegt durch Zusammenschluß der Eltern, die ein größeres Kapital für die ersten Büchereinkäufe zusammenbrachten; dadurch wurde es ermöglicht, den Eltern aus dem verarmten Mittelstande die Kosten für das Studium ihrer Söhne zu erleichtern. Gegen eine Eintrittsgebühr von 15 Mk. kann ein Schüler während seiner Gymnasialzeit sämtliche Schulbücher leihweise aus der Bücherei entnehmen. Mittellosen, begabten Schülern kann diese Vergünstigung auch ohne Eintrittsgeld gewährt werden. Seitdem Staatsmittel zur Verfügung stehen, können wir weitgehend den minderbemittelten Schülern Hilfe leisten. Gegenwärtig beträgt die Zahl der Benutzer