Jahrgang 
1927
Einzelbild herunterladen

12

Schöpfung wurden von Instrumentalvorträgen von Lanner, Strauß und Mozart für Streichquartett, mit Begleitung von Guitarren, Mundharmonika und Bläsern eingerahmt. In einer wöchentlichen Instrumentalstunde vereinigten sich die Schüler, welche ein Instrument spielten und übten Stücke alter Meister. Durch unterrichtliche Vorbereitung und nachherige Besprechung öffentlicher Konzerte und Oratorien⸗Xufführungen(Matthäus⸗Passion von Schütz), die den Schülern gegen geringes Ein⸗ trittsgeld zugänglich waren, erfuhr die Schulmusikpflege eine wesentliche Erweiterung.

2. LZeichen- und Kunstunterricht.

Entsprechend der psychologischen Entwickelung des Kindes wurden auf der Unterstufe vor- nehmlich Stoffe gewählt, die der kindlichen Phantasie starken Anreiz gaben: Märchen und Sagen auch im Anschluß an den Deutsch⸗ und Geschichtsunterricht(König und Brunnen im Schlaraffen- land, Schneewittchen, Hänsel und Gretel, Frau Holle, Barbarossa, Schwäbische Kunde, Akropolis), oder Religionsunterricht(Ruth, David und Goliath, Weihnachtsgeschichte), oder erdkundlichen Unter⸗ richt(Ausbruch des Vesuv), ferner Frühling und Sommer, der Bauer, Kornfeld, Luftballon, Kinder mit Drachen, Lullusmarkt, Auto, Dreschmaschine, Weihnachtsgeschenke, der Osterhase in verschiedenen Aufgaben, Masken, Hund und Bär als Spielzeug nach vorheriger Beobachtung. Zu schärferer Beobachtung der wesentlichen Form des Gegenstandes führten in der Quarta Darstellungen nach der Natur(Brücken, alte Wehrtürme, Bäume).

Auf der Mittelstufe wurde das Phantasie⸗ und Gedächtniszeichnen weiter geübt(Märchen von Sophie Reinheimer, Frühling, rhythmische und ornamentale Darstellung von Blumen, Verkündigung an die Hirten, Hirten an der Krippe, Könige vor Herodes, Anbetung der Könige, mittelalterliches Stadtbild mit Kaufleuten im Anschluß an den Geschichtsunterricht nach vorheriger Besichtigung unseres Rathaus=, Markt⸗ und Linggplatzes, Maskenfest).

Das Raumgefühl wurde geübt durch freie Darstellung aus Phantasie von Häuseranlagen in einfachster Form, Dorfanlage an der Kirche, Gutshof, Burg. Nach Beobachtung wurden Blumen, ältere Häuser in Frontalansicht, alte Gassen als einfache Raumeinheiten und Innenräume dargestellt.

Auf der Oberstufe diente zur Entwicklung die Darstellung eines Maskenfestes, Verkündigung an Maria, Kirchgang im Winter. Zur Uebung des Formen⸗ und Farbgedächtnisses wurden Stilleben nach vorheriger Beobachtung gemalt, Bühnenbilder nach einem Theaterbesuch. Nach der Natur und nach dem lebenden Modell wurden gezeichnet und gemalt: Blumen, Zweige, Straßenansichten, menschliche Figur, Kopf, Hund, Huhn, im Museum, im Kurpark.

Als Darstellungsmittel dienten außer Bleistift, Feder und Farbe auch Linol⸗ und Silhouetten⸗ schnitt. Zur Geschmadsbildung wurdc in den Mittel⸗ und Oberklassen Kunstschrift geübt.

Die Kunstbetrachtung wurde in Oberprima durch sehr eingehende Besichtigung der Jubiläums- ausstellung der Kasseler Akademie und der Stadt Alsfeld als mittelalterliches Stadtbild vertieft.

3. Turnen, Spiel, Schwimmen.

Das Ziel des Turnens war wieder Hebung des Leistungsdurchschnitts sowohl auf dem Gebiete des volkstümlichen Turnens als auch des Geräteturnens. Diesem Zwecke dienten auch die beiden größten turnerischen Veranstaltungen des Jahres, die volkstümlichen Wettkämpfe beim Schulfest am 6. September und das Gerätewetturnen am 27. März 1928. Die beste Durchschnittsleistung im volkstümlichen Wetturnen und beim Geräteturnen im März erzielte die Oll.