IV. Naturwissenschaftliche Sammlung(Studienrat Lendle). Im Schuljahr 1926/27 wurde ein Trockenpräparat des Koloradokäfers angeschafft.
V. Geschichtliche und erdkundliche Sammlung(Studienrat Schmicdt).
Ersetzt wurden wie im Vorjahre eine Anzahl Karten: politische Erdkarte, Asien und Australien (physikal. mit polit. Grenzen), Stadtplan von Rom. Der Bestand wurde durch folgende Karten erweitert: Die koloniale Weltentwicklung im 19. u. 20. Jahrhundert; Deutschlands Binnenschiffahrts- verkehr: Seehafenverkehr und Binnenschiffahrt im Deutschen Reich 1913 und 1922(3 Karten); Der Gesamtgüterverkehr der deutschen Eisenbahnen 1913 und 1922(5 Karten).
c. Neuerungen im äußeren und inneren Schulbetrieb.
An Neuerungen wurden diejenigen durchgeführt, die durch die 350 Stundenwoche und durch die Neuordnung des preußischen Schulwesens bedingt waren. Die Kürze der Zeit, die für die Neu⸗ einstellung des Unterrichtsbetriebes zur Verfügung stand, bereitete nicht geringe Schwierigkeiten und stellte hohe Anforderungen an die Arbeitskraft und Berufsfreudigkeit der Lehrer, umso höhere, als zugleich mit der durch die Neuordnung hervorgerufenen stark vermehrten Arbeit eine Erhöhung der Wochenstundenzahl eingetreten war. Besondere Einrichtungen im Schulbetriebe sind bei uns nicht durchgeführt worden.
VI. Chronik.
Das Schuljahr wurde am 13. April mit der Aufnahmeprüfung eröffnet, am 14. April begann der Unterricht mit der Eröffnungsandacht.
Ueber die Veränderungen im Lehrkörper ist auf Seite 14 berichtet; Mitglieder des Lehrkörpers waren im Berichtsjahr: Oberstudiendirektor Dr. Köhler, Oberstudienrat Hertlein, die Studienräte Wassermeier(gest. 18. Sept. 19206), Dehnhardt, Dr. Fromme, Möhl, Kühnemuth, Kropp, Dr. Rütten, Dr. Preime, Kühn, Bergmann, Dr. Frommann, Lendle, Rudolph, Mehmel, Schmidt, die Studien- assessoren Dr. Ries, Dietrich, Casselmann, Bachmann, Verchau(seit Herbst), Lehmann, die Ober⸗ schullehrer Fischer(Musik) und Falk(Zeichnen). Außerdem wurde geführt: Studienassessor Dr. Fischer(beurlaubt).
Der Gesundheitszustand der Lehrer ließ viel zu wünschen übrig; außer zahlreichen kurzen Vertretungen waren längere nötig für die Herren Fromme, Rütten und Mehmel.
Einen sehr schweren Schlag erlitt die Anstalt durch die Erkrankung und den Tod des Studienrats Wassermeier. Anfang juni traten deutliche Anzeichen eines unheilbaren inneren Leidens auf, wodurch er seiner Tätigkeit entzogen wurde, am 18. September erlöste ihn ein sanfter Tod von seinen mit großer Geduld getragenen Schmerzen. Lehrer wie Schüler betrauerten mit den Angehörigen seinen Heimgang aufs Tiefste; die Lehrer vermissen in ihm einen treuen Freund und Mitarbeiter, der mit seinen reichen Kenntnissen ein geistvoller Förderer aller wissenschaftlichen Bestrebungen war, die Schüler hingen an ihm besonders wegen der verständnisvollen Art, mit der er sie zur Mitarbeit zu leiten verstand. Sein Andenken wird bei allen stets in Ehren bleiben.


