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Lyzeums abgehalten, um die Frage des sexuellen Jugendschutzes zu erörtern. In einer am 10. Jan. 1927 in der Aula des Gymnasiums abgehaltenen, gut besuchten Elternversammlung sprach Pfarrer Hoppe aus Stülpe über die Frage: Was sind wir unseren Kindern schuldig und was müssen wir tun, um unsere Kinder gesund und leistungsfähig zu erlialten?
Der Elternbeirat befaßte sich weiter u. a. mit der Frage der Schulausflüge, der Bekämpfung der Schundliteratur und der Bewahrung der Fahrschüler in sittlicher und hygienischer Beziehung. Ferner nahm er Stellung zu einer Schüler⸗Disziplinar⸗Untersuchungssache.
Auf der am 23. November 1920 in Kassel stattgehabten Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Elternbeiräte an höheren und mittleren Schulen der Provinz Hessen⸗Nassau war der Eltern⸗ beirat durch Herrn Falkenthal und Frau Dr. Nonnenmacher vertreten.
Opfertätigkéit, Spenden aus der Elternschaft und von Freunden der Anstalt.
Da die vom Staate zur Verfügung gestellten Mittel für die Zwecke der Schule nicht überall ausreichten, waren wir in mehrfacher Hinsicht auf die Gebefreudigkeit von Gönnern der Anustalt angewiesen. Besondere Unterstützung verdanken wir der Vereinigung der ehemaligen Hersfelder Klosterschüler, die in verständnisvoller Weise uns Mittel für Zwecke des Turn⸗ und Schwimm⸗ unterrichts, für Erweiterung der Schülerbücherei und der naturwissenschaftlichen Hammlung, im ganzen etwa 9000 Mk.: zur Verfügung stellte.
V. Verschiedenes.
a. Die Gebäude der Anstalt.
Das Gymnasium verfügt über mehrere auf den Schulgrundstücken am Neumarkt gelegene Gebäude:
1. Das neue Schulhaus, gebaut 1900/10, enthält alle Klassen mit den nõtigen Nebenräumen für Sammlungen und Büchereien, ferner den Zeichensaal, das Physikzimmer und das chemische Laboratorium. Amtszimmer des Direktors, Archiv und Lehrerzimmer befinden sich im Parterre, die Hausmeisterwohnung liegt im Erdgeschoß.
2. Das Aulagebäude umfaßt im unteren Stockwerk die Turnhalle und einen Ankleideraum, im oberen den Schulsaal mit einem Vorraum, der jetzt als Gesangklasse benutzt werden muß. Außerdem ist eine Reserveklasse vorhanden. Aula und Turnhalle sind für die Bedürfnisse der Anstalt viel zu klein, da sie für etwa 300 Schüler berechnet sind, während die Schule jetzt über 500 Schüler zählt.
3. Das alte Schulhaus wird nicht mehr für Unterrichtszwecke benutzt. Im ersten und zweiten Stockwerk befinden sich Dienstwohnungen für Lehrer, im Erdgeschoß sind die Wirtschaftstsräume des Freitisches und der Speisesaal untergebracht. Letzterer diente als Versammlungsraum für die Schüler⸗ vereine und als Werkstube für den Handfertigkeitsunterricht.
4. Die Bergehalle, ein Backsteinbau im toskanischen Hallenstil, schließt sich an das Aulagebäude an und steht mit der Turnhalle durch eine breite Tür in Verbindung. Der weiche Boden besteht aus einer Mischung von Sand, Salz und Sägespänen. Ein festes Gerüst mit 2 Reckstangen und drei Leitern ist eingebaut. 5


