Jahrgang 
1914
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An demselben Tage wurde auch Herr Oberlehrer Kühn*) aus Biedenkopf, der an Stelle von Prof. Richter in das Lehrerkollegium eintrat, in sein neues Amt eingeführt.

Die Erinnerungstage des 15. Juni, 18. Oktober, 9. und 22. März wurden in der üblichen Weise begangen. 1

Am 16. Juni fand die Feier des 25 jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers statt. Herr Prof. Dehnhardt hielt die Festrede über die Persönlichkeit und die Regententätigkeit Kaiser Wilhelms II. Deklamationen, Gesänge und Vorträge des Violinchors eröffneten und schlossen die Feier, bei der auch die auf S. 16 genannten Prämien an 10 würdige Schüler verteilt wurden.

Am Sedantage wurde auf dem Spielplatze des Gymnasiums am Rurpark ein großes Spiel- und Sportfest veranstaltet.

Der 18. Oktober brachte die Hundertjahrfeier der Schlacht bei Leipzig. Die äußere Gestaltung derselben war der Feier des 16. Juni ähnlich. Herr Prof. Möhl sprach über die Vorgeschichte, den Verlauf und die Bedeutung der Schlacht. Kuch zu diesem Tage waren der Anstalt mehrere Bücherprämien zur Verteilung überwiesen worden.

Bei der Feier des Geburtstages Sr. Majestät hielt Herr Oberlehrer Kropp die Festrede über die Deutsche Raisersage. Passende Gesänge und Deklamationen leiteten auf das Thema hin und schlossen den Festaktus.

Am 16. und 17. Januar unterzog Herr Provinzial-Schulrat Kanzow das päda- gogische Seminar einer eingehenden Revision.

Die schriftliche Reifeprüfung des Herbsttermins fand vom 26. bis 30. Kugust, die mündliche unter Vorsitz des Herrn Dir. Steiger am 18. und 19. September statt, die schriftliche Prüfung des Ostertermins am 29. Januar bis 3. Februar, die mündliche am 25. und 26. Februar. Am 25. Febr. führte den Vorsitz Herr Provinzial-Schulrat Ranzow, am 256. der Unterzeichnete.

Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen ein guter. Leider ver- loren wir am 7. März unerwartet einen lieben Schüler, den Quintaner Hdoll Spörer, der an Herzlähmung nach nur dreitägiger Krankheit verschied. Wir trauerten mit den schwergeprüften Eltern um den plötzlich Dahingeschiedenen, seine RKlassengenossen ließen es sich nicht nehmen, ihn zur letzten Ruhestätte zu begleiten.

*) Geboren am 7. Januar 1878 zu Mittelhofen(Westerwald) als Sohn des Lehrers P. Chr. Kühn, besuchte ich die Volksschulen zu Mittelhofen und Hintermeilingen(Kreis Limburg a. d. L.), dann das Gym- nasium zu Hadamar und nach bestandener Reifeprüflung die Universitäten Würzburg und Münster. Hier widmete ich mich historisch-germanistischen Studien. Nach Ablegung der Staatsprüfung an der letztgenannten Universität wurde ich für das Seminarjahr dem Gymnasium zu Wiesbaden, für das Probejahr der Realschule zu Biebrich überwiesen, um an dieser Hnstalt noch weiterhin als Hilfslehrer zu wirken. Um 1. Juli 1909 er- folgte meine Hnstellung als Oberlehrer an dem Realprogymnasium zu Biedenkopf, am 1. Oktober 1913 meine Versetzung an das Gymnasium zu Hersfeld.