Jahrgang 
1913
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Im Sommer 1912 wurde einigen Schülern erlaubt, eine Ortsgruppe des Alt-Wander- vogel zu gründen. Ein Elternrat steht ihnen zur Seite, Oberlehrer Dr. Klauer übernahm die Leitung. Aus den Satzungen des Vereins sei mitgeteilt, daß Alkohol- und Nikotingenuß bei allen Veranstaltungen unterbleibt. Schon manche schöne Wanderung führte den Wander- vogel auch in die weitere Umgebung Hersfelds, und auch mehrtägige Fahrten durch Rhön und Thüringerwald waren durch keinen Mißklang gestört.

Die Erinnerungstage des 15. Juni, 18. Oktober und 9. März wurden in gewohnter Weise begangen; des 22. März wird in der Schlußandacht am 19. März gedacht werden.

Der Sedantag wurde in gewohnter Weise durch einen Schulakt gefeiert, bei dem der Oberprimaner Wilhelm Uhl einen Vortrag hielt über die Schlacht bei Sedan und ihre Folgen.

Des Reformationstages ward wie gewöhnlich bei der Schulandacht gedacht.

Am 19. Dezember fand in der Turnhalle des Hersfelder Turnvereins eine Abend- unterhaltung statt, der ein Weihnachtsprogramm zugrunde gelegt war. Außer dem Schüler- und Violinchor der Anstalt wirkte die Sopranistin Frl. Ida Wende von hier mit. Die Chöre und Sologesänge waren vorzugsweise dem 14. bis 17. Jahrhundert entnommen. Passende Deklamationen und Instrumentalvorträge gaben dem Programm ein einheitliches Gepräge. Sämtliche Darbietungen fanden den lebhaftesten Beifall.

Der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde in gewohnter Weise durch einen Festakt gefeiert, bei dem gesangliche Darbietungen und Vorträge des Violinchors mit Deklamationen abwechselten. Herr Professor Kühnemuth behandelte in seiner Fest- rede die Eigenart des deutschen Volkes. Zum Schlusse wurden die S. 12 erwähnten Prämien den von der Lehrerkonferenz dazu bestimmten Schülern verliehen.

Am 10. März, dem hundertjährigen Gedenktage der Stiftung des Eisernen Kreuzes und dem Geburtstage der Königin Luise fand unter Ausfall des Unterrichtes in ähnlicher Weise wie am Sedantage ein Schulakt mit Gesang und Vorträgen statt, in dem die Be- deutung der großen Erhebung von 1813 gefeiert wurde. Der Unterprimaner Lipphardt hielt einen Vortrag über diese Zeit.

Am am 15. und 16. Januar wurde eine Revision des pädagogischen Seminars durch Herrn Provinzial-Schulrat Kanzow vorgenommen.

Die schriftliche Reifeprüfung des Herbsttermines fand vom 26. bis 29. August, die mündliche unter Vorsitz des Herrn Provinzial-Schulrates Kanzow am 7. September statt, die schriftliche Reifeprüfung des Ostertermines vom 3. bis 7. Februar, die mündliche unter Vorsitz des Direktors am 14. und 15. März.

Auch im abgelaufenen Schuljahre wurden der Anstalt von mehreren Seiten Geschenke überwiesen, von denen hier noch besonders erwähnt sei: F. Bonn, Ges. Werke von der Ver- lagshandlung Xenienverlag, Leipzig.

Für alle Geschenke sei an dieser Stelle den freundlichen Gebern geziemendster Dank ausgesprochen.

Beschafft wurde u. a. auch ein Vogelfutterkasten von Professor L. Schwarz. Der- selbe hat in der Winterszeit vielen Vögeln Nahrung geboten und sich bei jeder Witterung bestens bewährt.