Jahrgang 
1912
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nur die Hälfte seiner Unterrichtsstunden erteilen. Mit seiner Vertretung wurde als wissen- schaftlicher Hülfslehrer Herr Kandidat Heinrich Nierenköther beauftragt.

Zur Teilnahme an einem archäologischen Kursus zu Frankfurt, Mainz und Trier war Herr Professor Dr. Schaaff vom 5. bis 15. Juni, zur Wiederherstellung seiner Gesundheit der Direktor während der Sommerferien und bis zum 4. September beurlaubt.

Ebenso war derselbe vom 15. bis 19. November behufs Teilnahme an der ersten hessen-nassauischen Direktorenversammlung vom Gymnasialorte abwesend. Seine Vertretung im Unterrichte wurde von den Kollegen übernommen.

Vom 1. Oktober ab wurde Herr Lehrer Falk*) als Zeichenlehrer der Anstalt defi- nitiv angestellt.

Der Gesundheitszustand war bei den Lehrern, von den im Vorstehenden bezeichneten Störungen abgesehen, im ganzen gut; bei den Schülern traten zwar im Laufe des Winter- halbjahres wieder zahlreich Erkältungskrankheiten u. dgl. auf, doch verliefen alle gut und in- soweit können auch hier die gesundheitlichen Verhältnisse als normale bezeichnet werden.

Am 20. Juni unternahmen die Schüler unter Führung ihrer Ordinarien und anderer Lehrer eine Turnfahrt nach verschiedenen Orten der Umgebung.

Während der Sommerferien traf die Trauerkunde ein, daß der Geheime Regierungsrat Dr. Duden im 83. Lebensjahre zu Sonnenberg bei Wiesbaden verschieden sei. Die Leiche wurde nach Hersfeld überführt, wo die anwesenden Lehrer und Schüler ihrem früheren Direktor das Geleite zur letzten Ruhestätte gaben.

Die Erinnerungstage des 15. Juni, 18. Oktober, 9. und 22. März wurden in gewohnter Weise begangen. Ebenso wurde die hundertste Wiederkehr des Geburtstages der Kaiserin Augusta am 30. September durch einen Schulakt begangen, bei dem Herr Oberlehrer Möhl ein Bild ihres Lebens und ihrer Zeit entwarf.

Der Sedantag wurde in gewohnter Weise durch einen Schulakt gefeiert, bei dem der Oberprimaner Julius Langen einen Vortrag hielt: Der Krieg 1870/71 im Liede. Am Nach- mittage fand dann ein Ausfklug statt.

Der Reformationstag ward wie gewöhnlich bei der Schulandacht gefeiert.

Nachdem bereits am 24. Januar auf das Leben und die Taten Friedrichs des Großen in den einzelnen Klassen hingewiesen war, gab die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers und Königs Anlaß und Gelegenheit zugleich auch das Gedächtnis des großen Königs festlich zu begehen. Gesangliche und musikalische Darbietungen wechselten mit Deklama- tionen; die Festrede des Herrn Professors Wassermeier schilderte die Bedeutung

*) Heinrich Falk, geboren am 11. Januar 1882 zu Ottrau Kreis Ziegenhain, besuchte von 1899 1902 das Lehrerseminar in Schlüchtern und bestand daselbst 1902 die erste und 1906 die zweite Lehrerprüfung. Von Oktober 1902 bis Ende September 1907 war er als Lehrer an der Volksschule in Hauptschwenda Kreis Ziegenhain tätig, besuchte von 1907 bis 1909 die Königliche Kunstschule in Berlin und erwarb die Befähigung zur Anstellung als Zeichenlehrer an höheren Lehranstalten. Von 1909 1910 wirkte er als Lehrer an der Volks- schule in Willingshausen Kreis Ziegenhain, wurde am 30. Oktober 1910 als Vertreter des beurlaubten Zeichenleh-

rers Lindow an das Gymnasium zu Hersfeld berufen und daselbst am 1. Oktober 1911 als Zeichenlehrer fest angestellt.