Jahrgang 
1906
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selbst das Wort. In längerer Rede schilderte er die Freuden seines Berufes, des herrlichsten von allen, in dem er bis zur letzten Stunde hohe Befriedigung gefunden habe, und von dem zu scheiden ihm überaus schwer falle. Er ermahnte die Schüler zur Bescheidenheit und Demut, verabschiedete sich in herzlichen Worten von dem Lehrerkollegium, und nachdem er den vorgesetzten Behörden für alle ihm zuteil gewordene Anerkennung seinen Dank aus- gesprochen hatte, beschloß er seine Rede mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf Se. Majestät den Kaiser und König.

Am Abend desselben Tages fand im Saale der Gesellschaft Verein unter großer Beteiligung ein Abschiedskommers statt, bei dem Herr Professor Dr. Klippert alsVer- treter der jetzigen und früheren Lehrer sowie der früheren Schüler des Gymnasiums mit- teilte, diese hätten,um der Nachwelt zu zeigen, welche Bedeutung der scheidende Direktor für das Gymnasium gehabt, und welcher Achtung und Verehrung er sich bei Lehrern und Schülern erfreut habe, eine Summe von 5000 M gestiftet, die alsDudenstiftung würdigen und bedürftigen Schülern zugute kommen solle. Die näheren Bestimmungen hierüber zu treffen, werde dem Herrn Geheimrat überlassen.*)

Auch die Schüler wollten es sich nicht nehmen lassen, ihrem scheidenden Direktor ein letztes Zeichen der Dankbarkeit und Verehrung zu geben; sie veranstalteten am 19. Sep- tember ihm zu Ehren einen Fackelzug, bei dem ein Primaner in einer Ansprache den Ge- fühlen der Schüler Ausdruck gab, und der in jeder Beziehung aufs schönste verlief.

Über den Lebensgang des Direktors Duden bis zu seiner Berufung an das hiesige Gymnasium ist im Programm von 1877 Näheres mitgeteilt. Hier möge noch erwähnt werden, daß ihm im Jahre 1902 der Charakter alsGeheimer Regierungsrat beigelegt wurde, sowie daß Se. Majestät der Kaiser und König ihm bei seinem Scheiden zu anderen früher verliehenen Ordensauszeichnungen noch den Roten Adlerorden 3. Klasse zu verleihen geruhte. Dem Unterzeichneten aber, der selbst früher einige Zeit als Lehrer unter seinem Direktorate gestanden hat, gereicht es zu besonderer Freude, ihm auch hier noch einmal den warmen Dank der Schule für alles Gute, was er an ihr und für sie gewirkt hat, aus- zusprechen. Sein Andenken wird hier allezeit in Ehren bleiben.

Die Herbstferien dauerten vom 30. September bis 16. Oktober 1905.

Zum Direktorate war inzwischen der Unterzeichnete berufen worden; am 9. Oktober übernahm er die Geschäfte und wurde am 17. desselben Monats von dem Königlichen Provinzial-Schulrat Dr. Kaiser in gemeinsamer Versammlung der Lehrer und Schüler feierlich in sein neues Amt eingeführt.

Uber seinen Lebensgang bis zu seiner ersten Berufung an die hiesige Schule enthält das Programm von 1872 Nüheres. Ostern 1878 wurde er an das Königliche Realgymnasium zu Wiesbaden berufen, im Herbste des- selben Jahres zum Oberlehrer befördert, Ostern 1888 an das Königliche Gymnasium zu Rinteln versetzt, 1893 als Professor charakterisiert, in demselben Jahre zum Gymnasialdirektor ernannt und mit der Direktion des Königlichen Gymnasiums zu Stade betraut, die er bis zum Herbste 1905 geführt hat.

Das Winterhalbjahr begann am 16. Oktober mit der Aufnahmeprüfung.

*) Das Kapital der Stiftung ist inzwischen auf 5300 M angewachsen.