Da Oberlehrer Dr. Heermann nach Ablauf seines bis zum 23. Februar dauernden Urlaubs noch nicht im stande war, seine Arbeit wieder aufzunehmen, wurde der Wissen- schaftliche Hülfslehrer Paul mit seiner weiteren Vertretung bis zum Ende des Schuljahres beauftragt.
Am 9. März hielt Oberlehrer Burhenne, am 22. Professor Winchenbach die festliche Ansprache zum Gedächtnis Kaiser Wilhelms I.
Am 19. März wurde unter dem Vorsitz des Unterzeichneten die Reifeprüfung abge- halten. Alle in die Prüfung eingetretenen Schüler erhielten das Zeugnis der Reife.
Bei der Entlassung der Abiturienten, die am 21. März stattfand, überreichte der Direktor 2 Schülern zur Anerkennung steten Fleißes und dauernden Wohlverhaltens wert- volle Geschenke. Georg Hertlein von hier erhielt ein Exemplar des Prachtwerkes von Georg Wislicenus„Die deutsche Seemacht sonst und jetzt“, und Heinrich Trübestein von Berneburg den Betrag von 75 Mark, ein Geschenk, das ein ehemaliger Schüler unsrer Anstalt zur Erinnerung an seine vor 25 Jahren hier zurückgelegte Abiturienten- prüfung für einen Abiturienten dieses Jahres bestimmt hatte.
Der Gesundheitszustand der Lehrer war auch in diesem Jahre nicht günstig. Ab- gesehen von mehrfach vorgekommenen kürzeren, nicht länger als 8— 10 Tage dauernden Erkrankungen, mußten mehrere Lehrer monatelang beurlaubt werden. Daß Prof. Schmidt vom Beginn des Schuljahres bis zum 1. Juli beurlaubt war und das Ende des Urlaubs nicht erlebt hat, ist schon oben berichtet worden. Ferner mußte Professor Kraatz, nachdem er sich lange dagegen gesträubt hatte, durch gänzliche Enthaltung von aller Arbeit Kräf- tigung zu suchen, sich auf ärztlichen Rat zu einer dreimonatigen Pause in seiner ange- strengten Arbeit entschließen. Und endlich mußte auch noch der Oberlehrer Dr. Heer- mann, der schon im vorigen Jahre seiner schwankenden Gesundheit halber 7 Wochen der Schule fern geblieben war, ebenfalls für 3 Monate Urlaub nehmen.— Die letzten 4 Wochen des Schuljahres war Oberlehrer Stern genötigt, den Unterricht auszusetzen, weil eins seiner Kinder das Scharlachfieber hatte.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im ganzen befriedigend. Insbesondere sind wir von ansteckenden Krankheiten verschont geblieben.


