Jahrgang 
1896
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eingerichtet), 4 eng und weit, hoch und niedrig stellbare Barren; ferner Springstäbe und Gere. Die Gerät- und Gerüstübungen wurden, soweit erforderlich, von den Vorturnern vor- her durchgeturnt und beim gesamten Unterricht der amtliche Leitfaden, das Merkbüchlein von Puritz und das Handbuch von Frohberg u. dgl. benutzt. Reigen und Turnspiele kamen zur Einübung bezw. Wiederholung, jedoch nicht bloß in den vorgeschriebenen Turnstunden, sondern namentlich in schulfreier Zeit und zwar auf dem Schulhof und vor der Stadt auf dem gepachteten, schön gelegenen Gymnasial-Spielplatz unter Leitung der betreffenden Vor- turner und der Aufsicht des Turnlehrers. Ferner bleibe nicht unerwähnt, daß in den oberen Klassen während beider Semester Schülervereinigungen bestanden, die in wenigstens zwei Stunden wöchentlich Turnen und Spielen in erfreulicher Weise pflegten und förderten. Das Baden und Schwimmen wurde in der eigenen Gymnasialbadeanstalt an der Fulda vorgenommen. Im Sommer 1895 erhielten 92 Schüler Schwimmunterricht, von denen sich 37 freischwammen. Die Anstalt war täglich 5 Stunden zum Baden und Schwimmen geöffnet und wurde von den meisten Schülern bei günstigem Wetter täglich benutzt in der Weise, daß zu bestimmten Stunden die bestimmten Klassen unter Aufsicht von Gymnasial- bezw. Schwimmlehrern Zu- tritt hatten.

b) Gesang. 7 St. wöchentlich. Es bestanden 5 Gesangabteilungen. Die erste, ein Männerchor, enthielt Schüler der oberen Klassen bis Untersekunda; die zweite, Sopran und Alt, welche mit der ersten einen gemischten Chor bildete, Schüler der mittleren und unteren Klassen bis Quarta hinab; die dritte und vierte die anderen nicht befreiten Schüler bis Quarta, welche zur Aufnahme in die beiden ersten Abteilungen entweder nicht ausreichend befähigt oder ungenügend vorbereitet waren; die fünfte Abteilung enthielt Schüler aus Quinta und Sexta. Zur Einübung kamen in den beiden ersten Abteilungen mehrstimmige Choräle, Volks- und Vaterlandslieder, sowie kleinere und größere Gesangkompositionen verschiedenen Textinhaltes für Männer- oder gemischten Chor mit oder ohne Begleitung eines Instruments, die bei Schulfesten oder anderen Veranlassungen zum öffentlichen Vortrage kamen, wie dieses im verflossenen Schuljahr zum Sedanfest mit WiltbergersBarbarossa und im Winter mit Magnus'Dornröschen geschah. In den anderen Abteilungen wurde durchgenommen Noten- und Pausenkenntnis, Takt- und Tonarten, Tonleiter-, Treff- und Vortragsübungen, ein- und mehrstimmige Volkslieder, Choräle u. drgl. Im Sommersemester sangen die 3. und 4. Ab- teilung wegen ihrer geringen Schülerzahl häufig zusammen. Berge.

c) Zeichnen. Für die Schüler der Gymnasialklassen von Untersekunda aufwärts war ein fakultativer Zeichenunterricht in wöchentlich 2 Stunden eingerichtet. Die Schüler arbeiteten nach plastischen Ornamenten, Gefäßen, lebenden Pflanzen, Skelettteilen, Büsten, zur Erlernung der Technik auch hin und wieder nach Vorlagen. Einige Schüler wurden geübt in der projektivischen Darstellung geometrischer Körper in verschiedenen Ansichten mit Schnitten und Abwickelungen. Es besuchten den Unterricht im Sommersemester 10, im Wintersemester 8, im ganzen 13 Schüler. Lindow.