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Die Reifeprüfung für das Gymnasium fand Montag den 14., die für das Real- progymnasium Dienstag den 15. März, unter dem Vorsitz des Unterzeichneten statt. Die Zeugnisse der Reife wurden den Abiturienten am 21. März in der Aula in Gegenwart der Prüfungskommission und der Schüler der oberen Klassen ausgehändigt.
Bei der Gedenkfeier des 22. März hielt der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Koch die festliche Ansprache.
Vom 1. April ab wurde der wissenschaftliche Hülfslehrer Dr. Koch zu einer Ubung auf 8 Wochen einberufen.
Was den Gesundheitszustand der Lehrer betrifft, so begann das Schuljahr sehr un- günstig. Am ersten Schultag fehlten drei Lehrer wegen Krankheit. Da überdies ein Lehrer durch eine Kontrollversammlung verhindert war, seine Stunden zu geben. so waren vier Lehrer zu vertreten. In derselben Woche mußten noch drei Lehrer wegen plötzlich eingetretener Todesfälle in ihrer Familie beurlaubt werden, und außerdem erkrankte noch ein vierter Kollege, so daß an die Leistungsfähigkeit der gesund gebliebenen Kollegen die größten Ansprüche gestellt werden mußten.
Oberlehrer Lic. Ortel konnte in der zweiten Woche des Semesters seine Thätig- keit wieder aufnehmen, der technische Lehrer Lindow War 5 Wochen. der beauftragte Lehrer Stern 8 Wochen verhindert, zu unterrichten.
Vom 9. bis zum 29. Juni mußte der Gymnasial-Elementar- und Turnlehrer Berge, vom 26. Juni ab Dr. Bobrik den Unterricht aussetzen. Daß Dr. Bobriks Krankheit zum Tode führte, ist an andrer Stelle berichtet worden.
Während der Weihnachtsferien erkrankte Gymnasiallehrer Winchenbach und mußte längere Zeit vertreten werden.
Vom 28. Januar bis zum 17. März hielt eine schwere Erkrankung den Gymnasial- lehrer Oheim von der Schule fern.
Am 11. Februar wurde Gymnasiallehrer KraatzZz., nachdem er vorher schon öfter einzelne Tage hatte aussetzen müssen, von einer schweren Krankheit heimgesucht, die ihn ungefähr 4 Wochen an das Haus fesselte.
Da auch sonst noch gleichzeitig einzelne andre Lehrer kürzere Zeit durch Krankheit zu unterrichten verhindert waren, so waren wiederholt zugleich 4 Lehrer zu vertreten.
Der Gesundheitszustand der Schüler war insofern vergleichsweise befriedigend, als nur verhältnismäßig wenig Schüler von den nacheinander hier herrschenden Epidemien— Masern und Influenza— befallen wurden. Dagegen verlor die Anstalt 2 Schüler durch akute Krankheiten.
Am 12. Januar erlag der Quartaner Ferdinand Braun von hier, ein praver und liebenswürdiger Schüler, einem Leiden, das ihn längere Zeit ans Krankenlager gefesselt hatte. Zwanzig Primaner trugen ihn zu Grabe, und sämtliche Lehrer und Schüler geleiteten ihn zur letzten Ruhestätte.
Wenige Wochen später, am 17. Februar, wurde der Realuntersekundaner Theodor Wertheim von hier, ein tüchtiger und zu den besten Hoffnungen berechtigender Schüler, von einer schweren Krankheit dahingerafft. Auch ihm gab die ganze Anstalt das letzte Ehrengeleite.


