— 21—
und Sekundaner, welche durch anderen Unterricht gehindert waren, mit ihren Klassen zu turnen; zur 5.: IV a u. b; zur 6.: V u. VI. Bei allen Gesamtübungen(Frei-, Ordnungs-, Stab-, Hantelübungen etc.) waren die Schüler nach der Größe, bei Gerät- und Gerüstübungen nach Größe und Leistung geordnet; jede Abtlg. zerfiel in 4 Riegen, die je einen Vorturner hatten; bei Marschübungen blieb die militärische Einteilung. In den oberen Abteilungen wurden vor- zugsweise Gerät- und Gerüstübungen, in den unteren dagegen mehr Frei-, Ordnungs- u. Stab- übungen durchgenommen. Als Geräte waren in Gebrauch 4 Reck, 3 Paar Preispringel, 4 Barren (2 verstellbar), 4 Böcke, 4 stellbare Leitern, 2 Pferde, 2 Kasten, ein Klettergerüst mit 16 Stangen und Tauen, 2 Sturmspringel, 4 Schaukelreck bezw. Schaukelringe, ein Rundlauf, ein Kletter-, ein Schwebebaum, Hanteln, kurze hölzerne Stäbe und Springstäbe. Die vorzunehmen- den Gerät- und Gerüstübungen wurden von den Vorturnern in besonderen Stunden vorher durchgeturnt und dabei außer dem amtlichen Leitfaden namentlich das Merkbüchlein von Purit⸗z benutzt. Einige Turnspiele, Frei-, Ordnungs- und Stabübungen in Reigenform kamen zur Einübung oder Wiederholung. Entbunden vom Unterricht waren im Sommerhalbjahr von 348 Schülern 14, im Winterhalbjahr von 328 Schülern 16. Die ersten fünf Abteilungen unterrichtete Berge, die 6. Lindow.
b) Gesang 7 St. wöchentlich. Die Sänger verteilten sich auf 6 Abteilungen. Zur 1. Abtlg. gehörten Schüler der oberen und mittleren Klassen, einen Männerchor bildend, der zugleich mit Sopran und Alt der 2. Abtlg., Schülern der mittleren und unteren Klassen, als gemischter Chor zusammen sang; zur 3. Abteilung zählten fähigere und geübtere Schüler der Ober- und Mittelklassen, einen leistungsfähigeren Männerchor bildend; zum Sopran und Alt der IV. Abtlg. gehörten fähigere und geübtere Schüler der Mittel- und Unterklassen. Abtlg. III u. IV zusammen waren zugleich ein großer gemischter Chor, der schwierigere Gesangwerke bewältigen konnte; zur 5. u. 6. Abtlg. zählten die nicht mutierenden oder dispensierten Schüler aller Klassen, welche auf den Chorgesang vorbereitet wurden. Als Gesangstoff dienten in den 4 ersten Abteilungen vier oder mehrstimmige Choräle, Volks- und Vaterlandslieder, und außer- dem kleinere und größere Gesangwerke verschiedenen Inhalts für Männer- und gemischten Chor mit oder ohne Begleitung von Instrumenten; in der 5. und 6. Abteilung wurde durchgenommen Notenlesen, geltung, Pausen, Takt- und Tonarten, die Vortragszeichen, Tonleiter- und Treff- übungen, ein- und zweistimmige Volks- und Vaterlandslieder, Choräle und dgl.; die fünf ersten Abteilungen unterrichtete in je einer Stunde wöchentlich Berge, die 6. Abtlg. in 2 Std. wöchentlich Völker.
c) Zeichnen. Für Schüler der Gymnasialklassen von Tertia aufwärts wurde ein fakultativer Zeichenunterricht in wöchentlich 2 St. eingerichtet. Die Schüler wurden geübt in Zeichnen nach Körper- und ornamentalen Gipsmodellen auf weißem und auf Tonpapier mit Wischer und Kreide. Den Unterricht erteilte der Zeichenlehrer Lindo w; es besuchten den- selben im Sommersemester 13, im Wintersemester 8 Schüler.


