9. Desgl. vom 7. Dezbr. Über die im Laufe der letzten drei Jahre gemachten größeren Schülerausflüge oder Turnfahrten wird Bericht erfordert.
10. Desgl. vom 14. Dezbr. Die Feier des Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Kaisers wird auf den ersten Schultag nach den Weihnachtsferien festgesetzt.
11. Desgl. vom 16. Dezbr. Die Einführung der Sammlung arithmetischer Aufgaben
von Schubert wird genehmigt.
III. Chronik.—
Das Schuljahr begann am 13. April. Dem Beginn des Unterrichts ging eine gemein- same Morgenandacht und eine Ansprache des Direktors voraus, in welcher derselbe die wich- tigsten Bestimmungen der Schulgesetze erläuterte und deren gewissenhafte Befolgung den Schülern ans Herz legte. Im Anschluß daran fand die Einführung des in das Kollegium ein- tretenden Gymnasiallehrers Oheim und die Verpflichtung der neu aufgenommenen Schüler statt.
Gymnasiallehrer Oheim teilt über seinen bisherigen Lebensgang folgendes mit:
Ernst Oheim, geb. den 20. August 1846 als Sohn des Gerichtsrats Oheim in Gefell (Kreis Ziegenrück), machte das Abiturienten-Examen am Stiftsgymnasium zu Zeitz Ostern 1866, besuchte die Universität Halle bis Herbst 1868, dann Berlin bis zum Ausbruch des Krieges im Sommer 1870, wo er als Freiwilliger bei den Garde-Füsilieren eintrat. Aus dem Feldzug heimgekehrt, hielt er sich zwei Jahre in seiner Heimat auf und beendete demnächst in Halle seine Studien. Nach abgelegtem Staatsexamen unterrichtete er, zunächst als candidatus pro- bandus, dann als Hilfslehrer und von Ostern 1880 an als ordentlicher Gymnasiallehrer am Stiftsgymnasium zu Zeitz. In gleicher Eigenschaft wurde er Ostern 1885 an das Gymnasium zu Hersfeld versetzt.
Nachdem der Kandidat des höheren Schulamts Dr. Roßmann schon am Schlusse des vorigen Semesters nach Absolvierung des Probejahres die Anstalt verlassen hatte, um eine Erzieherstelle anzunehmen, trat auch der Kandidat Dr. Heil am 1. Mai aus derselben Stel- lung aus, um den Rest des Probejahres am Gymnasium zu Wiesbaden zu vollenden und zugleich daselbst einen erkrankten Lehrer zu vertreten. Beiden Lehrern werden ihre Schüler eine dank- bare Erinnerung bewahren.
Mit dem 1. Mai schied aus dem Kollegium der in Ruhestand tretende Oberlehrer Dr. Dieterich aus. Er hat seine beste Arbeitskraft dem Hersfelder Gymnasium gewidmet, an welchem er von 1850 an, also 35 Jahre, gewirkt hat, und groß ist die Zahl der Schüler, welche ihm diese lange Reihe von Jahren hindurch zu aufrichtigem Danke verpflichtet worden sind. Obwohl. die neue Ordnung der Dinge in dem ehemaligen Kurhessen ihn schmerzlich berührte, so hat- er doch darum nicht minder treu dem Staate als Lehrer seine Dienste geleistet, und die Chronik des Hersfelder Gymnasiums erfüllt nur eine Pflicht der Pietät, wenn sie ihm bei seinem Scheiden


