Chronik. Das Schuljahr begann am 21. April. Dem Beginn des Unterrichts ging eine geiein- same Morgenandacht und eine Ansprache des Direktors voraus, in welchem derselbe die wichtigsten Bestimmungen der Schulgesetze erläuterte und deren gewissenhafte Befolgung den Schülern ans Herz legte. Im Anschluß daran fand die Einführung des der Austalt zur Ab- leistung des Probejahres zugewiesenen Kandidaten des höheren Schulamts Dr. Roßmann. und die Verpflichtung der neu- aufgenommenen Schüler statt. 3
Gleich zu Beginn des Schuljahrs mußten außer dem für das ganze Semester beurlaub- ten Oberlehrer Stöltzing noch drei erkrankte Lehrer, Prorektor Professor Meyer, Ober- lehrer Dr. Dieterich und Gymnasiallehrer Bender, vertreten werden.
Am 24. Mai wurde zwischen dem Butaillonskommandeur Herrn Major Berger und dem Unterzeichneten eine— unter dem 9. Juni vom Kgl. Provinzialschulkollegium genehmigte— Vereinbarung getroffen, nach welcher das Bataillon dem Gymnasium eine Anzahl Schwitum- lehrer stellt und die Bewachung der Gymnasialbadeanstalt übernimmt, wogegen demselben die Benutzung der letzteren für Militär-Schwimmschüler zu gewissen Stunden freisteht. Die Einrichtung hat sich wohl bewährt und es uns möglich gemacht, nicht nur für die badenden Schüͤler eine genügende Aufsicht zu gewinnen, sondern auch allen Schülern, die es wünschen, guten Schwimmunterricht erteilen zu lassen. Die Beteiligung am Schwinnnunterricht war sehr groß, und es ist zu erwarten, daß mit der Zeit alle Schüler die gebotene Gelegenheit schwimmen zu lernen benutzen werden. Ich erlaube mir, auch an dieser Stelle Herrn Ba- taillonskommandeur Major Berger für die freundlicheBereitwilligkeit, mit welcher er auf meine Vorschläge eingegangen ist, verbindlichsten Dank zu sagen.
Ebenso spreche ich Herrn Bürgermeister Braun meinen verbindlichsten Dank aus, daß er, meinem Wansche freundlichst entsprechend, für die Pferdeschwemme eine andre Stelle angewiesen und dadurch die badenden Schüler von mancher Unbequemlichkeit befreit hat..
Am 15. Juni traf Herr Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer zu einer Revision der Anstalt ein. Dieselbe nahm drei Tage in Anspruch und erstreckte sich auf alle Verhältnisse der Anstalt. Es gereicht dem Unterzeichneten zu besonderer Freude, berichten zu können, daß der Herr Provinzialschulrat sich über den Zustand der Anstalt im großen und ganzen sehr be- friedigt aussprach und seiner Befriedigung auch in dem Revisionsbericht Ausdruck gab.
Am 26. Juni unternahmen 103 Schüler in Begleitung des Direktors und sechs andrer Lehrer eine größere Turnfahrt. Dieselbe ging über Kassel, Hofgeismar, Beberbeck u. s. W. nach Karlshafen, von wo aus ein Ausflug nach Fu½rstenberg gemacht wurde, und dann über


