Jahrgang 
1885
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19 Technischer Unterricht.

a) Turnen: Es turnten im Sommer 354 Schüler in 12 Stunden, im Winter 346 Schüler in 10 Stunden wöchentlich. Dispensiert waren im Sommer 19, im Winter 17 Schüler, also durchschnittlich 18. Sämtliche Turner waren im Sommer in 6, im Winter in 5 Abteilungen geteilt, so daß jeder 2 Stunden wöchentlich zu turnen hatte. Abtlg. I umfaßte die Schüͤler von I1, I2 und II1; Abtlg. II die aus II 2a und b und II real.; Abtlg. III die aus III1 a und b; Abtlg. IV die aus III gymn. und real., Abtlg. V die aus IV und Ab- tlg. VI die aus V und VI. Im Winter mußte Abtlg. IV verteilt und zwar III real. zu Abtlg. II und III2 gymn. zu Abtlg. III hinzugenommen werden. Bei Frei-, Ordnungs-, Hantel- und Stabübungen waren die Turner nach der Größe, bei den Gerät- und Gerüstübungen nach Größe und Leistung geordnet. Jede Abtlg. war beim Gerätturnen in 6 Riegen geteilt, von denen jede durch einen Vorturner geleitet wurde. Bei Marschübungen blieb die militärische Einrichtung. In allen Abteilungen wurden Frei-, Ordnungs-, Marsch-, Gerät- und Gerüst- übungen vorgenommen und zwar in den oberen Klassen namentlich Hantel-, Gerät- und Ge- rüstübungen, in den unteren dagegen namentlich Frei-, Ordnungs- und Stabübungen. An Ge- räten waren im Gebrauch Reck und Freispringel, Klettergerüst und Kasten, Bock und Barren, wagerechte Leiter und Sturinspringel, schräge Leiter und Pferd, Hanteln, hölzerne Stäbe und Springstäbe. Von den Vorturnern wurden die durchzunehmenden Ubungen vorher in beson- deren Stunden eingeübt. Auch eine Anzahl Turnspiele kamen zur Einübung bezw. Wieder- holung. Die oberen Abteilungen unterrichtete Berge, die letzte Lindow.

b) Gesang: 7 St. wöchentlich. Sämtliche Sänger waren in 6 Abteilungen geteilt. Zu Abt. I gehörten Schüler der oberen und mittleren Klassen als Männerchor; zu Abt. II solche der mittleren und unteren Klassen, welche als Sopran und Alt mit Abt. I zusammen einen gemischten Chor bildeten; zu Abt. III gehörten geübtere und fähigere Schüler der oberen und mittleren Klassen, welche für sich einen Männerchor, zugleich aber mit Abt. IV, fähigeren Schülern der mittleren und unteren Klassen, auch einen gemischten Chor bilde- ten. Zu Abt. V und VI gehörten alle sonstigen Schüler der mittleren und unteren Klassen, die zum Chorgesang vorbereitet wurden. Als Ubungsstoff dienten in den 4 ersten Abt. mehr- stimmige Choräle, Volks- und Vaterlandslieder, kleinere und größere Gesänge gemischten In- halts für Männer- und gemischten Chor. In Abt. V und VI wurde durchgenommen Noten- lesen, Pausen, Takt- und Tonarten, die dynamischen Zeichen, Tonleiter- und Treffübungen, ein- und zweistimmige Volks- und Vaterlandslieder, Choräle etc. Die fünf ersten Abteilungen unterrichtete in je 1 St. Berge, die letzte in 2 St. wöchentlich Völker.

c) Zeichnen. Für Schüler der Gymnasialklassen von Tertia aufwärts wurde ein fakultativer Zeichenunterricht in wöchentlich 2 Stunden eingerichtet. Die Schüler wurden geübt in Zeichnen nach Körpern und Gypsmodellen auf Tonpapier in zwei Kreiden. An dem Unterricht nahmen im Sommersemester 8, im Wintersemester 4 Schüler teil. Lindow.

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