Jahrgang 
1881
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Eisenach. Friedrichsrode auf den Inselsberg nach Brotterode, Schmalkalden. Liebenstein, Ruhla und zurück über Eisenach.

Dieselbe verlief ohne Störung und Unfall zu allgemeinster Zufriedenheit. Die Schüler bewiesen ihre Dankbarkeit für die ihnen bereitete Freude durch tadellosse Haltung auf dem Marsch und in den Quartieren.

Für alle Beteiligten, Lehrer wie Schüler, wird die Erinnerung an die schönen Tage und an die herzliche Gastfreundschaft, welche ihnen die thüringischen Freunde unseres Gymna- siums in so reichem Malse gewährte, unvergelslich sein. Dam Unterzeichneten aber gereicht es zur besonderen Freude, den Herrn Apotheker Schmitt und andern Gastgebern zu Brotte- rode, sowie dem Herrn Bürgermeister Michel und dem Herrn Buchhändler Feodor Wilisch und allen andern dieselben unterstützenden Herren zu Schmalkalden für die aufopfernde Mühe und Arbeit, mit der sie die Bequartierung pusres kleinen Heerhaufens ins Werk gesetzt, auch hier noch einmal herzlichen Dank zu sagen. Nicht minder gebührt noch herzlicher Dank dem Herrn Turnlehrer Goldner in Eisenach, welcher sich uns als Ratgeber und als Führer durch die thüringischen Wälder hilfreich erwies. 3

Die Sommerferien begannen am 3. Juli und dauerten 4 Wochen.

Die Feier des Sedanfestes fand in besonders festlicher Weise statt; dem festlichen Aktus in unserer Aula, bei Welchem der Oberprimaner Gustav Duden über das Verhält- nis Friedrichs des Grofſsen zur deutschen Litteratur sprach, und von Schülern aller Klassen Gedichte vorgetragen wurden, wohnte ein zahlreiches Publikum bei.

Das Sommersemester wurde am 18. September geschlossen, das Wintersemester begann am 4. Oktober.

Kurze Zeit nach Beginn desselben trat der Kandidat des höhern Lehramts Dr. Rudolf

Heermann sein Probejahr an. . Am 15. Februar fand eine sehr zahlreich besuchte musikalisch-deklamatorische Abend- unterhaltung in unsrer Aula statt. Dank der unermüdlichen Thätigkeit unsers Gesanglehrers Berge und der freundlichen Mitwirkung des Realschullehrers Herrn Lohrman konnten die Ge- sangs- und Musikstücke in recht befriedigender Weise zum Vortrag gebracht werden. Unter den Deklamationen erinnerte eine von Primanern dramatisch vorgeführte Scene aus Lessings Nathan an die Bedeutung des Tages.

Der PErtrag der Abendunterhaltung wurde zur Hälfte dem Fonds für Begründung eines neuen Freitisches an unserer Anstalt, zur Hälfte der Luisenstiftung in Kassel zugewendet.

Dieé Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers und Königs wurde am 22. März in herkömmlicher Weise begangen und mit derselben die Entlassung der Abiturienten durch den Unterzeichneten verbunden. Die Festrede hielt Gymnasiallehrer Mathi; der Abiturient Gus- tav Meyer nahm in lateinischer Rede Abschied von der Anstalt.

Das Kapital der Münscherstiftung beträgt jetzt 2804 Mk. 14 Pf. Das Stipendium wurde den Ober-Primanern Andreas Ebrecht und Hermann Heidelbach und dem Unter-Pri- maner Th. von Seidel mit je 45 Mk. verliehen.

Der Fonds zur Gründung eines neuen Freitisches beträgt 801,65 Mk., hat sich also um 103,41 Mk. vermehrt.