Jahrgang 
1879
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Die Feier des Sedantages fand in herkömmlicher Weise statt; an dem festlichen Aktus des Gymnasiums, bei welchem der Unterprimaner Grassmann über die Ver- dienste Preuszens um Deutschland in diesem Jahrhundert sprach, und von Schülern aller Klassen Gedichte vorgetragen wurden, nahm ein zahlreiches Publi- kum Anteil.

Am 21. Sept. wurde das Sommersemester geschlossen. An diesem Tage trat der Oberlehrer Dr. Ritz nach 43 jähriger amtlicher Tätigkeit aus dem Statsdienst aus. Der Unterzeichnete durfte ihm bei der Entlassung aus dem Amte im Namen der vorgesetzten Behörde Dank und Anerkennung für die dem State geleisteten Dienste und zugleich die volle Ueberzeugung aussprechen, dass das ganze Kollegium, wol wissend, welch einen treuen, in jeder Beziehung zuverlässigen Kollegen es verliere, ihm stets ein hochachtungsvolles und freundschaftliches Andenken bewahren werde. Herr Oberlehrer Dr. Ritz verabschiedete sich mit bewegten Worten von der Anstalt, deren Wol ihm stets so warm am Herzen gelegen. Die dankbare Liebe seiner Schüler begleitet den verehrten Mann in den Ruhestand. Möge er sich desselben noch lange in ungeschwächter Gesundheit erfreuen!

In die Stelle des Oberlehrers Dr. Ritz bezw. in die nächstfolgenden Stellen sind die Oberlehrer Dieterich und Heermann, sowie die Gymnasiallehrer Berlit, Wachenfeld, Klippert, Bender, Bosing und Mannss eingerückt; Gym- nasiallehrer Berlit wurde zugleich zum Oberlehrer ernannt.

Das Wintersemester begann am 7. Oktober.

Vom 18. bis zum 28. November war der Unterzeichnete zu den Sitzungen des Schwurgerichts nach Rotenburg einberufen.

Am 22. März wurde der Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs unter: zahlreicher Beteiligung des Publikums durch eine Schulfeier in der Aula begangen. Die Fest- rede hielt der Unterzeichnete. Mit dieser Feierlichkeit wurde die Entlassung der Abituri- enten verbunden. Der Abiturient Stippich verabschiedete sich von der Anstalt in lateinischer Rede, der Primaner Götting sagte den scheidenden Kameraden in deutscher Rede Lebewol.

Das Kapital der Münscher-Stiftung beträgt jetzt 2794,67 Mark. Das Stipendium wurde den Primanern B. Heil und Ed. Geis und dem Obertertianer Th. v. Seidel mit je 45 Mark verliehen.

Der Fonds zur Gründung eines neuen Freitisches beträgt dermalen nominell 670,93 Mark, hat sich also im ablaufenden Schuljahre und zwar durch Zinsen, freiwillige Beiträge und Kursgewinn um 89,81 Mark erhöht.