Jahrgang 
1879
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9. Am 30. September: Der dem Schulamtskandidaten Jost erteilte Auftrag zur Versehung einer Lehrerstelle(vergl. 3) wird auf das Wintersemester ausgedehnt.

10. Am 2. Januar: Diejenigen Schüler, welche innerhalb eines Quartals in eine dem Königlichen Provinzial-Schulkollegium zu Kassel untergebene Anstalt Königlichen Patro- nats aufgenommen werden, ohne vorher eine höhere Lehranstalt besucht zu haben, haben gleich denen, welche von einer solchen Anstalt kommen, das Schulgeld von dem Monat ab. in welchem sie eintreten, zu entrichten, wobei für den Monat, in welchem der Eintritt er- folgt, stets der ratirliche Betrag für einen vollen Monat zu rechnen ist.

Im Anschluss an diese Vertügung bringt der Unterzeichnete die Verfügung vom 14. April 1871 in Erinnerung, nach welcher in der Regel von jedem Schüler, dessen Abgang erst nach Beginn des Quartals angezeigt wird, das Schulgeld, welches gesetzlich praenumerando gezahlt wird, für dasselbe noch zu entrichten ist; die Quartale Ostern bis Johannis und Michaelis bis Weihnachten werden nicht vom 1. April und 1. Oktober an, sondern von dem Beginn des Sommer- und Wintersemesters an, dagegen die beiden übrigen Quartale vom 1. Juli und 1. Januar an berechnet.

III. Chronik.

Das Schuljahr begann am 29. April 1878 mit der Aufnahmeprüfung. Der Unter- richt wurde am 30. April nach einer gemeinsamen Morgenandacht und einer Ansprache des Direktors, in welcher derselbe die wichtigsten Bestimmungen der Schulgesetze erläuterte und deren gewissenhafte Befolgung den Schülern ans Herz legte, seinen Anfang..

Zu Anfang des Schuljahres traten als Lehrer an der Anstalt ein Josef Mathi als ordentlicher, Richard Jost als beauftragter Gymnasiallehrer, und Karl Berge als beauftragter technischer Lehrer. Ueber seinen Lebensgang teilt Gymnasl. Mathi Folgendes mit: Josef Mathi, geboren den 16. September 1851 zu Hadamar im vormaligen Herzogtum Nassau, besuchte die Elementarschule und das Gymnasium seiner Vaterstadt, studirte, nachdem er vom Gymnasium mit dem Zeugniss der Reife entlassen worden war, an der Universität München und der Akademie Münster Philologie und bestand vor der wissen- schaftlichen Prüfungs-Kommission zu Münster das Examen pro facultate docen. Am 1. Juli 1865 trat er sein Probejahr an dem Real-Gymnasium zu Wiesbaden an; am 1. Oktober des- selben Jahres wurde ihm eine wissenschaftliche Hilfslehrerstelle an derselben Anstalt über- tragen; diese Stelle bekleidete er bis zu seiner Berufung nach Hersfeld.

Durch die Zuweisung des beauftragten Lehrers Jost an unsere Anstalt wurde es möglich, die durch die Frequenz der Prima notwendig gewordene Teilung derselben in eine Ober- und Unterprima durchzuführen.

Die Sommerferien begannen am 29. Juni und dauerten 4 Wochen. Am 26. August wurde unter Beteiligung fast sämtlicher Lehrer eine Turnfahrt nach Eisenach gemacht, die 4 einen recht befriedigenden Verlauf nahm.