Jahrgang 
1882
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III. Chronik.

Am 21. April wurde in der Volksschule das neue Schul- jahr mit Aufnahme der neu eintretenden schulpflichtigen Kinder begonnen. In der Realschule begann der Unterricht am 26. April. An demselben Tage fand die Einführung des an Stelle des Lehrgehülfen K. Rosenkranz berufenen Lehrgehülfen Wil- helm Gail statt. Der Lehrgehülfe K. Rosenkranz war nach einjähriger, pflichttreuer Wirksamkeit an der hiesigen Realschule einem Ruf an die Präparandenschule in Usingen gefolgt. Wil- helm Gnil ist am 4. Mai 1858 in Herborn geboren, besuchte die hiesige Präparandenschule, dann das Lehrerseminar in Dil- lenburg. Nach bestandener Abgangsprüfung wirkte er seit dem 1. Juli 1878 als Lehrvicar in Struth, Amt St. Goarshausen, seit 15. October 1879 in Massenheim, Amt Hochheim, und wurde mit dem 1. April c. an die hiesige Realschule berufen. Im Laufe des Schuljahrs bestand er in Dillenburg die zweite Leh- rerprüfung.

Das verflossene Jahr brachte der Schule einen herben Ver- lust durch das frühzeitige Hinscheiden des für unser Schulwesen, namentlich für die Realschule, sich so warm interessirenden Schulvorstandsmitgliedes, des Apothekers Dr. A. Rittershausen. Trauernd gaben seiner irdischen Hülle die Realschüler mit ihren Lehrern das Geleit zur letzten Ruhestätte. An Stelle des Ver- storbenen wurde Kaufmann Louis Wenckenbach in den Schul- vorstand erwählt.

Im Juli machte die Schule bei herrlichem Wetter einen Ausflug. Frühmorgens sammelten sich Lehrer und Schüler am Bahnhof. Im Fluge führte das Dampfross die reiselustige, frohe Schaar nach Giessen. Nachdem diese Stadt durchwandert, setzte sich der Marsch nach dem von da uicht so weit enifernt liegenden Gleiberg fort. Unvergleichlich war die Aussicht von dem Thurme aus. Nach einer heissen Fusswanderung nach Wetalar kamen alle wohlbehalten und erfrischt mit dem letzten Zuge wieder in Herborn an.