Jahrgang 
1879
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4 einjährigen Dienſtvoreiner Departementsprüfungs⸗ Commiſſion gut beſtehen.

Es wäre indeß wünſchenswerth, daß nicht bloß um dieſes letz⸗ teren Vortheils willen die Secunda von einer Anzahl Schüler be⸗ ſucht würde, ſondern es liegt ſowohl im Intereſſe der Schule, als beſonders im Intereſſe der Einwohnerſchaft, daß möglichſt alle Schüler der Realſchule den Vortheil wahrnehmen, der ſich ihnen durch Beſuch der neu errichteten Claſſe darbietet.

Es iſt bekannt, daß Viele von einer alten Gewohnheit nicht gern laſſen. Bisher war es Gewohnheit, daß die meiſten Real⸗ ſchüler mit dem 14. Jahre die Schule verließen, und manche Eltern werden ſich ſchwer entſchließen können, von dieſer Gewohnheit ab⸗ zulaſſen, ſei es, daß ſie weitere Ausgaben für den Unterricht ihrer Kinder ſcheuen, ſei es, daß ſie die Hülfe ihres Kindes im Haus⸗ weſen beanſpruchen. Und nun tritt die Frage an ſie heran: Sollen wir unſer Kind noch über das 14. Jahr hinaus zur Schule ſchicken? Dieſer Frage, verehrte Eltern, müßt ihr ſcharf in's Auge ſehen. Weil früher die Schüler mit 14 Jahren aus der Realſchule aus⸗ traten, als es eine weitere Claſſe nicht gab, ſo folgt daraus nicht, daß ſie jetzt mit dem 14. Jahr austreten ſollen, nachdem eine neue Claſſe eingerichtet iſt.

Wir hoffen, daß ſich künftig eine andere Gewohnheit bei uns einbürgern wird, nämlich die, daß ſämmtliche Schüler der Real⸗ ſchule über das 14. Jahr hinaus dieſe Schule beſuchen werden. Aber aller Anfang iſt ſchwer. Und doch kommt es darauf an, daß der Anfang gemacht wird.

Was kann man aber den Kindern Beſſeres geben, als eine gute Erziehung? und zu den Gütern, die Niemand nehmen kann, gehören auch Kenntniſſe. Für ſie werden viele Kinder ihren Eltern noch dankbar ſein, wenn letztere ſchon im Grabe ſind, wahrſcheinlich dankbarer, als wenn ſie ihnen bei weniger guter Erziehung ein gewiſſes Kapital irdiſcher Güter mehr hinterlaſſen hätten. Darum möge man die Gelegenheit, welche ſich augenblicklich bequem und ohne großen Koſtenaufwand bietet, möglichſt allſeitig ergreifen, ſo daß das neue Reis, welches eben der Realſchule aufgeſetzt wird, einen friſchen, fröhlichen Trieb zeigt.

Durch die Theilnahme, welche ſich an die Vermehrung der Lehrkräfte, ſowohl der Real⸗ als der Volksſchule knüpfte, war die Schule im verfloſſenen Jahr ein Gegenſtand eifriger Beſprechung.