welche bisher aus Mangel an Lehrkräften nöthig waren, aufhören könnten.
Desgleichen machte ſich im verfloſſenen Jahre ſehr lebhaft der Wunſch geltend, am Kopfe der Realſchule eine neue Claſſe, die Secunda, zu errichten und zu dieſem Zwecke einen weiteren Lehrer an der Realſchule anzuſtellen. Schulintereſſenten erklärten ſich be⸗ reit, einen Theil der Koſten durch freiwillige Beiträge aufzubringen, falls die Anſtellung eines 5. Lehrers an der Realſchule zu Stande komme. Nachdem der Gemeinderath ſich bereit erklärt hatte, die Sache in die Hand nehmen zu wollen, wenn an freiwilligen jähr⸗ lichen Beiträgen auf 5 Jahre 1200 Mark gezeichnet würden, und nachdem Zeichnungen in dieſem Betrage ſtattgefunden hatten, wurde in einer Sitzung des vereinigten Stadt⸗ und Schulvorſtandes, welche am 10. März unter dem Vorſitz des Herrn Regierungs⸗Schulraths Bayer Statt fand, einſtimmig beſchloſſen, nicht nur den 5. Lehrer an der Realſchule, ſondern auch den 6. Lehrer an der Volksſchule vom 1. April dieſes Jahres an anzuſtellen.
Durch dieſen Beſchluß iſt bei der Volksſchule einem dringenden Bedürfniß abgeholfen. Es iſt wahr, daß trotz des neuen 6. Lehrers immer noch zwei Claſſen der Volksſchule einige Schüler über die Maximalzahl haben werden, da ſich augenblicklich in der oberen Mädchenclaſſe bei Lehrer Kopp 88 und in der unteren Abtheilung bei Lehrer Betz II. ebenfalls über 80 Schüler finden. Indeß als Normalzahl, welche für jeden der 6 Lehrer auf jede der 6 Claſſen kommen, war bisher 60 anzunehmen, und wenn, wie zu hoffen iſt, ſich künftig wieder eine gleichmäßigere Vertheilung ermöglichen läßt, ſo wird auch die auf jeden dieſer Lehrer kommende Zahl nicht viel größer ſein. Es iſt das eine Zahl, die ſich ohne Ueberbürdung und mit Erfolg unterrichten läßt.
Die Errichtung der neuen Claſſe an der Realſchule iſt eben⸗ falls von großer Tragweite. Ganz unmeßbar iſt der Gewinn, den ein Ort durch eine gute, gehobene Schule hat an Bildungskräfti⸗ gung und Bildungserhöhung unter der Einwohnerſchaft. Wohl überſchlagen kann der Einzelne den Vortheil, welchen er daraus zu ziehen weiß. Bei der jetzigen Erweiterung der Realſchule, wie ſie mit Oſtern in's Leben treten wird, können ihre fleißigen Schüler nach zweijährigem Beſuch der Secunda nicht bloß mit reiferer Bil⸗ dung die Anſtalt verlaſſen, ſondern auch, wie mit voller Wahrſchein⸗ lichkeit anzunehmen iſt, die Freiwilligen⸗Prüfung für den


