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VII. Zur Geschichte der Anstalt.
1I. Personalangelegenheiten und Besichtigungen.
Am Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs wurde Herrn Oberlehrer Professor Dr. Zilch das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
Zu Beginn des Schuljahres verließ uns Hierr Lehramtsassessor Wallbott, um eine Stelle in Düsseldort anzunehmen. Statt seiner wurde Herr Oberlehrer Dr. Lotz“*) an unsere Anstalt berufen; vom Beginn der Pfingst- bis zum Schluß der Sommerferien erhielt Herr Dr. Lotz einen Swöchigen Urlaub zu einer Studienreise nach Frankreich, den er hauptsächlich in Paris zu- brachte. Unmittelbar nach den Sommerferien wurde dann Herr Oberlehrer Schuchmann zu einer Swöchigen militärischen UÜbung eingezogen, die seine nunmehr erfolgte Beförderung zum Leutnant d. R. zur Folge hatte, seine Vertretung übernahm Herr Lehramtsreferendar Dr. Gepp.
Mit dem vollständigen Ausbau unserer Anstalt, zu dem Ostern 1908 durch Eröffnung der Oberprima der Schlußstein gelegt wurde, machte sich das Bedürfnis nach einer besonde- ren Zeichenlehrerstelle geltend. Mit ihrer Verwaltung wurde Herr Dörr“*) betraut, der früher in Mainz als Zeichenlehrer tätig war, und zunächst als Großh. Reallehrer angestellt, da in dem vorigen Voranschlage eine Zeichenlehrerstelle noch nicht vorgesehen war.
Am 17. November beehrte Herr Oberschulrat Block die Anstalt mit seinem Besuche und wohnte dem Unterricht in mehreren Klassen bei, während am 25. September Herr Bischof Dr. Kirstein eine Prüfung der katholischen und am 8. Januar Herr Rabbiner Dr. Marx eine solche der israelitischen Schüler in der Religion vornahm.
2. Schulfeierlichkeiten.
Die Allerhöchsten Geburtstage S. K. H. des Großherzogs und S. M. des Kaisers wur- den in der üblichen Weise gefeiert. Am 25. November nahm die Festrede des Herrn Prof. Dr. Zilch den größten Teil der Feier in Anspruch, zumal da sie durch die von den Herren Professor Dr. Horn und Schuchmann vorgeführten Lichtbilder wirksam unterstützt wurde; am 27. Januar hielt Herr Prof. Dr. Reutzel die Festrede und es gelangte daneben Kriegeskottens „Déutschland zur See“ unter Herrn Hornefs Leitung zur Aufführung.
3. Reife- und Abschlussprüfung.
Zum 1. Male wurde in diesem Jahre die Reifeprüfung abgehalten. Sie fand am 3. Mär⸗ durch die mündliche Prüfung unter dem Vorsitz des fHlerrn Oberschulrats Block ihren Abschluß. Sämtliche 10 Oberprimaner, von denen sich zwei an dem wahlfreien Lateinunterricht beteiligt hatten, konnten für bestanden erklärt und mit dem Zeugnis der Reife entlassen werden.
) Dr. Hermann Lotz, geb. am 22. März 1881 zu Vilbel, bestand Ostern 18909 an dem Gr. Realgymnasium zu Darmstadt die Reifeprüfung und widmete sich dann an den Universitäten Heidelberg und Giessen dem Studium der neueren Sprachen. An der Landesuniversität legte er im Sommer 1903 die Prüfung für das höhere Lehramt ab. Von Herbst 1903 bis Ostern 1904 gehörte er dem paedagogischen Seminar am Neuen Gymnasium zu Darm- stadt an, um dann bis Herbst 1905 mit der provisorischen Verwaltung einer Lehrerstelle an der hiesigen Realschule betraut zu werden. Herbst 1905/00 genügte er seiner Militärpflicht bei dem I.-R. 115 in Darmstadt. Dann wurde er mit der provisorischen Verwaltung einer Lehrerstelle an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey betraut, woselbst er durch Allerhöchstes Dekret vom 30. März 1907 zum Oberlehrer ernannt wurde.— Am 22. Januar 1906 ist er auf Grund eines bestandenen Examens und der Dissertation: Der Versbau Antoine de Montchrestien's von der philosophischen Fakultät in Giessen zum Doktor befördert worden.
**) Philipp Dörr, geboren am 190. Februar 1876 zu Rimbach(Kreis Heppenheim), besuchte von Ostern 1802 ab das Grossh. Lehrerseminar zu Bensheim, wo er März 1805 die erste Lehrerprüfung bestand; hierauf wurde ihm die Verwaltung einer Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Babenhausen(Kreis Dieburg) übertragen. Nach- dem er im Mai 1807 das Definitorialexamen bestanden und von Februar bis Oktober 1898 im Schuldienste tätig war, bereitete er sich von da ab 4 Semester lang auf dem Zeichenlehrer-Seminar zu Cassel zum TZeichenlehrer- Beruf vor; im Juni 1900 bestand er an letztgenannter Anstalt die Prüfung für Zeichenlehrer an höheren Schulen. Von jJuli 1900 bis 15. April 1901 als Schulverwalter tätig, wurde ihm zu Ostern 1901 eine Zeichenlehrerstelle an der städtischen Volksschule zu Mainz übertragen, die er bis zu seiner Versetzung an unsere Anstalt inne hatte.


