VII. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Personalangelegenheiten.
1) Durch Allerhöchstes Dekret vom 1. November 1902 wurde Herrn Oberlehrer Dr. Schnell- bächer der Charakter als Professor erteilt.
2) Mit Genehmigung Grossh. Ministeriums des Innern wurde der dem Herrn Reallehrer Holzamer bewilligte Urlaub um ein Jahr verlängert, nachdem dieser für die genannte Zeit auf seinen Gehalt Verzicht 2wleistet hatte(Min.-Verf. v. 4. April). Der mit dessen Vertretnng beauftragte Herr Schulverwalter Gutzler wurde Anfang April zur Verwaltung einer Hülfslehrerstelle an das Grossh. Schullehrerseminar zu Bensheim Wwrufen(Min.-Verf. v. 4. April). An seine Stelle trat mit Wirkung vom 7. April ab Herr Schulvervalter Heineck(Min.-Nerf. v. 5. April).
3) Währrend des Monats Juni erhielt der Unterzeichnete einen vierwöchigen Urlanb zu einer Bade- kur. Mit seiner Vertretung KWurden mehrere Herren der Anstalt, mit der Führung der Verwaltungsgeschäfte insbesondere der dienstälteste Oberlehrer Herr Prof. Dr. Reutzel beauftragt(Min.-Verf. v. 26. Mai).
4) Am 28. April und 27. Juni beehrten die Herren Ministerialrat Dr. Eisenhuth und Geh. Oberschulrat Noduagel, bezw. Ilerr Geh. Oberschulrat Nodnagel allein unsere Anstalt mit ihrem Besuche und wohnten in fast allen Klassen dem Unterrichte bei.
5) Am 25. Juni nahm Ilerr Bischof Dr. Brück eine Prüfung der katholischen, am 14. Juli Herr Superintendent D. Flöring eine Prüfung der evangelischen Schüler in der Religion vor.
2. Schulfeierlichkeiten.
Die Allerhöchsten Geburtstage begingen wir in üblicher Weise durch Festakte, bei denen bezw. die Herren Professor Dr. Reutzel und Heineck die Festreden hielten. Im Anschluss an die letztere wurde
Kriegeskottens„Barbarossa“(Gedicht v. E. Geibel) unter Leitung des Herrn Hornef und unter Mitwirkung des Herrn Hoffmann, der die Klavierbegleitung übernommen hatte, zur Aufführung gebracht.
3. Abschlussprüfung.
Die diesjährige Abschlussprüfung wurde am 18. Februar unter dem Vorsitze des mit den Obliegen- heiten eines Regierungskommissärs beauftragten Direktors beendet. Von den neunzehn Untersekundanern, die sich gemeldet hatten, konnten fünfzehn zur mündlichen Prüfung zugelassen und für bestanden erklärt werden, fünf von ihnen unter vollständiger Befreiung von der mündlichen Prüfung.
4. Gesundheitliches.
Der Gesundheitszustand unserer Jugend war durchweg günstig. Zu seiner Förderung wurden regel- mässig Schulausflüge unternommen und während der Eiszeit dreimal die Nachmittagsstunden dem Schlitt- schuhlaufen auf unserer prachtvollen Eisbahn gewidmet. Wegen zu grosser Hitze musste an fünf Tagen (3., 4. und 30. Juni, 9., 15. Juli) der Unterricht jedesmal von der letzten Vormittagsstunde ab ausgesetzt werden.
Auch mag hier erwähnt werden, dass im vergangenen Sommer einige freie Vereinigungen von Schülern sich gründeten, die auf einer seitens der Stadt Heppenheim zur Verfügung gestellten Wiese regel- mässig das Spiel pflegten. Der Vertretung der Stadt sei hierfür auch an dieser Stelle bestens gedankt.
5. Stipendien.
Der Verwaltungsrat der Spar- und Leihkasse für den Kreis Heppenheim gewährte für dieses Jahr wieder einer grösseren Anzahl von Schülern Freistellen, wofür ihm hiermit der gebührende Dank ausge- sprochen sei.
Die seitherigen Inhaber von Freistellen müssen ihre Gesuche für das bevorstehende Schuljahr erneuern. Diese Gesuche sowohl wie neu einzureichende können nur dann auf Berücksichtigung rechnen, wenn sie bis zum 1. Mai uns vorgelegt sind. Eine besondere Aufforderung wird nicht ergehen.


