Jahrgang 
1928
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16. und 17. 7. An diesen Tagen beehrte Herr Vizepräsident Oberschulrat Dr. Sondag das Gymnasium mit seinem Besuche; er wohnte dem Unterricht aller Herren in allen Klassen bei.

20. 7. Beginn der Sommerferien. Infolge der Umbauarbeiten(Siehe unterVerschie- denes) wurden die Sommerferien um 6 Schultage verlängert, wovon 3 Tage an den Herbstlerien abgezogen wurdeu. Die Sommerferien dauerten also vom 20 7. bis 27. 8. einschl.

29. 8 Da der 11. August in die Sommerferien fiel, wurde der Verfassungstag am 29. August, dem 2. Schultag, in geziemender Weise gefeiert. In seiner Festrede führte Herr Studienrat Dr. Herbst u. a. aus:

Die wechselseitige Verbundenheit des einzelnen mit dem Staate.: Es ist zu wün- schen, daß wir bald als innerlich geeintes Volk etwa gleich der Schweiz unsern Verfassungstag begingen. Das erfordert die richtige Einstellung des Einzelnen gegen- über dem Staate. Das Jahrzehnt von 1914 bis 1924 zeigt Wechsel der Einstellung von bedingungsloser Hingabe an den Staat bis zu wütendem Haß. Wie 1914 und 1918 müssen wir fühlen, daß der Staat eine lebendige Wirklichkeit ist; wir dürfen nicht aufgehen in der Jagd nach Erwerb. Die Hingabe des einzelnen ist heute die einzige unserem Staate noch verbliebene Macht, und ebenso ist der einzelne nur lebensfähig im Schutze dieses Staates.

Der Staat ist für uns lebendige Einheit, die Lebensform der völkischen Schicksals- gemeinschaft. Wir dienen ihm am besten, wenn jeder seinen Platz in der Schicksals- gemeinschaft pflichtgemäß ausfüllt. Dieser Platz gibt zugleich die Möglichkeit, für die Menschheit zu wirken.

Toysünde wider den Staat ist das Gefühl der Gleichgültigkeit, der Verdrossenheit, der Ueberheblichkeit. Jeder muß denken: Ich bin der Staat! In mir ist der Staat!

Am 16. 9 veranstaltete das Gymnasium zu Ehren des Turnvaters Jahn ein Turn- und Sportfest. Die Schüler versammelten sich vorm. 8 Uhr auf dem Turnplatz. Dort hielt unser Turnlehrer, Herr Oberschullehrer Krekel, eine Ansprache, in der er in anschaulicher und eindrucksvoller Weise ein Bild gab vom Leben und Streben Jahns. Darauf zog das Gymnasium geschlossen zu dem etwa 20 Minuten entfernten Sportplatz der Stadt Hadamar. Bei herrlichstem Herbstwetter fanden dort die Jugendwettkämpfe statt, an denen sich 270 Schüler beteiligten.

Nach Beendigung der Wertkämpfe ergriff Herr Professor Bosing als Vertreter des beurlaubten Direktors das Wort, um Herrn Oberschullehrer Krekel, der in diesem Jahr auf eine ehrenvolle vierzigjährige Dienstzeit am Gymnasium in Hadamar zurückschauea konnte, die Glückwünsche und den Dank der Schule auszusprechen. Er hob dabei be- sonders die großen Verdienste hervor, die sich der Gefeierte in opferfreudiger Weise um das Turnwesen unseres Gymnasiums erworben hat Das Lehrerkollegium widmete Herrn Krekel zu diesem denkwärdigen Tag eine mit seinem Bildnis geschmückte Ehrentafel, die als Wanderklassenpreis für die Turnspiele der Anstalt gedacht ist.(Entwurf und Ausführung von unserem ehemaligen Schüler B. Trost, Hadamar)

Danach verlas Herr Krekel die Namen der Sieger in den Wettkämpfen. Die Lei- stungen waren im allgemeinen gut, zum Teil hervorragend, weswegen die sportbegei- sterten Sieger mit Ehrenurkunden des Gymnasiums ausgezeichnet wurdep.

2. bis 9. 10. Herbstferien.(3 Tage Abzug, wegen der mit Rücksicht auf die Bau- arbeiten verlängerten Sommerferien.)

14. 11. Vortrag von Herrn Studienrat Dr. Jung überDas Aussehen einer mittel- alterlichen Stadt unter besonderer Berücksichtigung Hadamars

19. 11. Apläßlich der 100 Wiederkehr des Todestages Fr Schuberts versammelten sich die Lehrer und Schüler im Festsaal, um an einer Gedenkfeier teilzunehmen, die auf Veranlassung des Herrn Ministers abgehalten und durch Rundfunk weitergegeben wurde. Leider war die Uebertragung mangelhaft. Ein dem Andenken Schuberts ge-

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