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d) Abteilung für Maltechnik: Kopieren leichter Oelgemälde unter Berücksichtigung der Maltechnik der Vorlage. Einführung und Uebungen in Temperamalerei Poly- chromieren einfacher Plastiken in moderner und spätgotischer Art. Einführung in die Geschichte der Malmethoden mit Darbietung von Beispielen durch das Fpidiaskop.
Vom Bischofl. Konvikt eingerichtet ist das allen Schülern des Gymnasiums zu- gängig gemachte„Waldheim St Marien im Talt“, 1* Stunden von Hadamar in waldigem Tal, eine Mühle aus dem 18 Jahrhundert. Besitz des Grafen Walderdorff in Molsberg. auf 10 Jahre gepachtet am 1 April 1928. Stand 25 Jahre leer, war stark verwahrlost und wurde hergerichtet durch Schüler der UI und OlII, die alle notwendigen Maurer Schreiner- und Tüncherarbeiten unter fachmännischer Anleitung selbst ausführten an aufgaoenfreien Nachmittagen und während der Ferien. Schlafgelegenheit für 18 Jungen, 2 km Fischwasser, 7 Mongen Rasen- platz. Benutzt an aufgabenfreien Nachmittagen und während der Ferien.
Ein aufgabenfreier Nachmittag lag nur in den Wochen, in denen nicht aus an- deren Gründen an einem Tage der Unterricht ausfiel.
Tageswanderungen fanden in den von den werien nicht betroffenen Monaten statt. Bei solchen Ausflügen fanden vielfach wertvolle Besichtigungen statt Diese beweg- ten sich auf geschichtlichem und künstlerischem wie auf sozialem und wirtschaft- lichem Gebiet. U. a. wurden besichtigt: Das Schloß Hohenfels; die Schaumburg; die Anlagen von Arenberg; die Kapelle auf dem Blasiusberg; die rein romanische Kirche zu Dietkirchen; die Burg Merenberg; das Schloß Weilburg; die Quelle des Fachinger Sprudels; die optischen Werke von Leitz, Goethemnseum im Lottenhaus; die Karlshütte der Buderus'schen Werke in Staffel unter Führung des Betriebs-
leiters und dreier Ingenieure; mit den obern Klassen gelegentlich des kunstge-
schichtlichen Unterrichts die Hadamarer Baudenkmäler, wie Schloß, Totenkirche, alte Franziskanerkirche mit Fürstengruft, Herzenbergkapelle, Rathaus usw.
Trotz des kalten Winters 1928, 29 mit seinen vielfach epidemisch auftretenden Grippeerkrankungen war der Gesundheitszustand der Schüler durchschnittlich gut. Selbst die größte Kälte konnte einige Schüler dem Wintersport nicht untreu- machen.
Jeder Schüler erhielt das in frischer, der Jugend so glücklich angepaßter Art geschriebene, wertvolle Büchlein vom gesunden Leben„Kopf hoch!“, herausgegeben vom Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung durch Dr. Curt Thomalla- (Verlag der Deustchen Schülerbibliothek Berlin S 42. Alexandrinenstraße 95 /96.) Alle Schüler waren nach ministerieller Bestimmung dem Verband öffentl. Unfall- und Haftpflichtversicherungsanstalten in Deutschland, Berlin S W 11, angeschlos- sen. Der Beitrag beträgt 75 Pf halbjährlich.
Schulgeld.
Es beträgt vom 1 4. 1926 ab 200 M im Jahr, monatlich zu zahlen in Beträgen von 17 M(im Juni, September, Dezember und März je 16 M). Bis zum ersten Mittwoch eines jeden Kalendermonats muß das Schnlgeld unbedingt bezahlt sein. In Monaten, deren erste Tage in die Ferien fallen, ist es sofort am 1. Schul- tage mitzubringen. Dringend empfohlen wird, besonders den ferner wohnenden Eltern, die Zahlung durch Ueberweisung auf unser Postscheckkonto Frankfurt a. M. Nr. 7236 oder auf unser Konto bei der„Nassauischen Landesbank Hadamar“ Nr. 409. Die Ueberweisung muß aber auch bis zum ersten Mittwoch eines je- den Monats erfolgt sein.— Schulgeldermäßigung tritt ein: a) ohne Gesuch, wenn mehrere Geschwister höhere Schulen besuchen. Das älteste dieser Kinder zahlt dann den vollen Betrag, das zweitälteste davon nur 75 ℳ(jährlich 150 M), das drittälteste nur 50(jährlich 100 M), jedes weitere Kind ist von der Schulgeldzahlung ganz befreit. Auf diese Ermäßigungen haben die Eltern An-
spruch. Es genügt in diesem Falle eine schriftliche Mitteilung an uns, welche


