Jahrgang 
1913
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pitten deshalb die Eltern der Schüler, uns in den Sprechstunden, über deren Zeit ein Anschlag am schwarzen Brett im unteren Flur des Gymnasiums das Nähere enthält, zu besuchen, mit uns über die Leistungen, das Verhalten, die Beanlagung ihrer Kinder Rücksprache zu nehmen und zu überlegen, welche Mittel und Wege einzuschlagen seien, um sie weiter zu bringen. Diese Besprechungen sind um so wünschenswerter, je häu- figer es vorkommt, daß die Eltern sich namentlich auf Grund des Ausfalles der schrift- lichen Arbeiten ein falsches Bild von den Leistungen ihrer Kinder machen. Die schrift- lichen Arbeiten sind zwar ein wichtiger Teil der von der Schule geforderten Aufgaben, aber immer nur ein Teil und deshalb auch für die Versetzung nicht allein ausschlagge- bend. wie hier und da angenommen wird; neben ihnen sind von besonderem Gewichte die mündlichen Leistungen. Das Ergebnis der schriftlichen Arbeiten und die mündlichen. Leistungen bilden zusammen die Unterlage für die Versetzungen. UÜber das, was die Schüler in der Klasse leisten, sowie über alles, was sie nach unserem Dafürhalten hemmt oder fördert, geben wir den Eltern in unseren Sprechstunden bereitwillig Auskunft.

Leider aber wird die Einrichtung der Sprechstunden bisher von den Eltern nicht immer in der Weise benutzt, wie es im Interesse ihrer Kinder empfehlenswert ist. Es hat keinen Zweck, wenn die Eltern sich erst in den letzten Wochen vor Ostern nach ihren Kindern erkundigen, weil dann in der Regel die Mittel, die gegen die etwa dro- hende Nichtversetzung angewandt werden können, nicht mehr wirken. Notwendig ist es, qaß sie sich zur rechten Zeit, möglichst schon vor den großen Ferien, mit uns in Ver- bindung setzen, damit durch wohlüberlegte Maßnahmen Lücken in den Kenntnissen noch beseitigt werden können. Wir unserseits machen den Eltern vor den großen Ferien, um Mitte Juli, von besonderen Mängeln und auffälligem Zurückbleiben der Schüler schriftliche

Mitteilung.

An die Eltern richten wir ferner die dringende Bitte, dafür zu sorgen, daß die Schüler sich von Anfang an an selbständiger Arbeit gewöhnen. Besonders nachdrück- lich warnen wir vor dem Gebrauch der von der Schule verbotenen Hülfsmittel; sie nindern die Selbsttätigkeit, sie rauben dem Schüler das Gefühl der Freude über eigene Leistungen, sie nehmen ihm die Sicherheit und Entschlossenheit, die er im späteren Leben unbedingt braucht, erschweren ihm die Prüfungen und stören das Vertauensver- hältnis zwischen Lehrer und Schüler.

Der Unterzeichnete ist an allen Werktagen von 11 12 Uhy in seinem Amts- zimmer im Gymnasium zu sprechen.

7. Ferienordnung für das Schuljahr 1913/14(Vfg. v. 9. 1. 1913 138).

Schluß Aufang Nähere Bezeichnung. des Schulunterrichts. 3 Ostern 1913 Mittwoch, 19. Mär⸗ Donnerstag, 3. April Pfingsten Freitag, 9. Mai Dienstag. 20. Mäai Sommer Freitag, 18. Juli Dienstag, 19. August Michaelis Sonnabend, 27. September Freitag, 10. Oktober Weihnachten Sonnabend, 20. Dezember Sonnabend, 3.. Januar 1914 3 Ostern 1914 Sonnabend, 4. April 1914.

Das neue Schuljahr 1913/14 beginnt am Donnerstag. dem 3. Apr il.

Hadamar, März 1913. Der Direktor des Königlichen Gymnasiums:

Dr. Grimmelt.