Jahrgang 
1902
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gen, weil die Schuldigen vorVerrat sich sicher fühlen. Im Publikum aber ist man rasch geneigt, über Mangel an Zucht unter der J ugend zu klagen, verweigert aber der Schule die einzig wirksame Unterstützung offener Anzeige, ja Wissende wissen manchmal selbst auf Befragen nichts. Anonyme Zuschriften freilich sind nicht das richtige Mittel zur Abstellung etwaiger Missstände, da sie auf Mangel an Vertrauen gegen die Schule be- ruhen und, eben weil anonym, vom Verdachte der Unwahrheit, der Verleumdung und Rachsucht nicht frei sind.

Der Direktor ist täglich zu sprechen in seinem Amtszimmer von 1112 Uhr.

Die Schule allein kann nicht erziehen, das Haus, vor allem das elterliche Haus, in zweiter Linie für auswärtige Schüler diejenige Familie, welche Elternstelle zu vertreten hat nicht bloss hinsichtlich der Gewährung von Wohnung uud Kost gegen Entgelt, sondern auch bezüglich der Beaufsichtigung und Erziehung in sittlicher und geistiger Hinsicht, endlich alle wahren Freunde der Jugend müssen mit der Schule nalten und deren erziehliches Wirken fördern. Dann tragen sie mit bei zur erfolgrei- chen Wirksamkeit, sowie zur Erhaltung des guten Rufes, des Ansehens und der wahren

Blüte der Anstalt. 8. Das neue Schuljahr wird Mittwoch d. 9ten April 8 Uhr morgens mit den Aufnahmeprüfungen beginnen. Am folgenden Tage findet um 7 Uhr Gymnasial-

gottesdienst statt. Der Direktor

Im März 1902.. Dr. S. Widmann.