Jahrgang 
1900
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3. Ubersicht der während des Schuljahres 1899 1900 behandelten Lehraufgaben.

Prima. Ordinarius: Direktor Dr. Peters.

Rellglonslehre: a) kath: Sittenlehre. Wiederhol. aus d. Apologetik und Kirchengeschichte. 2 St. Dr. Bertram.

b) evang.: Apostelgeschichte I. Teil. Christ- liche Glaubenslehre I. u. II. Artikel. 2 St. Spiess.

Deutsch: a) Häusliche u. Klassenaufsätze. Vor- träge über Leben u. Werke von Dichtern. b) Le- bensbilder aus der Litteraturgeschichte von Lessing, Wieland, Herder, Goethe, Schiller. c) Schullektüre: Schillers Braut von Messina, Lessings Hamburgische Dramaturgie, Goethes Gedankenlyrik. d) Privatlek- türe: Shakespeares Coriolan. 3. St. Otto.

Themata der Aufsätze: 1) Im Leben ist Ver- gessen nicht die letzte Tugend. 2) Mit welchem Rechte kann man sagen: Die grossen Gedanken kommen aus dem Herzen? 3) Inwiefern kann Schil- lers Trauerspiel:Die Braut von Messina als Schicksalstragödie bezeichnet werden? 4⁴) Es ist ein grosses Glück, vom Glück nicht überwunden wer- den. 5)Du bist ein Mensch! Bedenke und erwäg es stets!(Klassenaufsatz) 6) Des Helden Name ist in Erz und Stein So wohl nicht aufbewahrt, als in des Dichters Lied. 7) Was zieht den Deutschen nach Jtalien?(Klassenaufsatz der I2).

Thema für d. schriftl. Reifeprüfung:Nicht der ist in der Welt verwaist, dem Vater und Mutter ge- storben, Sondern der für Herz und Geist Sich keine Lieb' und kein Wissen erworben..

Latein: a) Hor. carm. III. u. IV. Epist. u. Epod mit Ausw. Uebung im unvorbereiteteu Uebersetzen: Auswendiglernen einzelner Gedichte. 2 St. Mathi.

b) Cic. epist. m. Ausw: Tac. Germ. Fortge- setzte Besprechung des Jnhalts, Ableit. stilist. u. synon. Lehren, Uebungen im unvorbereit. Uebers. aus Liv. XXI. 3 St.

c) Wiederhol. aus d. Gramm.: Inf., Partic. etc. u. Anhang zur Synt. 1 St.

d) Uebersetz. ins Lat. nach Dikt. alle 14 Tage als Klassen- oder Hausarb. 1 St. Der Direktor

Griechisch: a) Dem. or. de Chers. u. Phil. III. Plat. Protag. b) Hom. Jl. I VI. IX X mit Ausw. Memorieren einzelner Stellen. Soph. Ant. Fortgesetzte Jnhaltsangaben. Gelegentl. gramm.

Wiederh. c) Schriftl. Gebers. aus d. Griech. in d. Kl. alle 4 Wochen. 6 St. Der Direktor. Französisch: a) Lektüre: Taine, Napoléon

Bonaparte u. Viktor Hugo Hernani. b) Alle 3 Woch- en eine schriftl. Klassenarbeit. 2 St. Dr. Bertram.

Englisch: Syntax§ 112 138 Repet.§ 73 89. Uebung 40 43; 26 32 Jrving-Macaulay Lesebuch. Dickens Christmas Carol. 2 St. Otto.

Hebräisch: Beendig. u. Wiederhol. der Formen- lehre, bes. der schwachen Verba. Analyse und Ue- bersetzung von ausgewäühlten Abschnitten aus der

hl. Schrift. 2 St. Dr. Bertram. Geschichte: Deutsche Geschichte bis 1888. 3 St. Otto. Mathematik: a) Arithmet.: Zinseszins- und Rentenrechnung. Einige höhere Reihen. Die ima- ginären Grössen. Binomischer Lehrsatz. b) Plani-

metrie: Wiederh. u. Uebungsaufg. Der Koordi- natenbegriff. Einige Grundlehren über die Kegel- schnitte. c) Trigonometrie: Abschluss dersel- ben. d) Stereometrie: 4 St. Hesse.

Physik: Mathem. Geographie; Optik. Repetition aus den anderen Gebieten. 2 St. Hesse.

Aufgahen für die schriftl. Reifeprüfung:

1. Auflösung der Gleichungen; 3(X+ y) 5 VXTy* 4= 16. X2 v2 24. 2. Ein Dreieck zu konstruieren aus dem Inhalt, der Höhe h a und dem Verhältnis der Seiten b: c= 3: 2. 3. Man berechne die Länge des Schattens, welchen ein von der Sonne beleuchteter 40 m hoher Turm am 1. Mai, nachmittags 3 Uhr Sonnenzeit, in Hada- mar wirft.= 150° 131 54;= 50° 25. 4. Wie gross ist der Inhalt eines regelmässigen Ok- taeders, das gleiche Oberfläche mit einem Tetrae- der von der Kante a hat?

Ober-Sekunda.

Ordinarius: i. S.: Professor Dr. Richter, i. W.: Oberlehrer Giesselmann.

Religionslehre; a) kath.: Glaubenslehre; Wie- derholungen aus der Kirchengeschichte. 2 St.

Dr. Bertram.

b) evang.: Vereint mit I.

Deutsch: Nibelungenlied; Ausblicke auf nor- dische Sagen und die grossen german. Sagenkreise, auf höfische Epik und Lyrik. Wallenstein-Trilogie und Egmont gelesen. Dispositionsübungen, Aufsätze, kleine Ausarbeitungen und Vorträge. 3 St.

im S. Dr. Richter, im W. Stemmler.

Themata f. d Aufsätze: 1. Warum macht uns Lessing in seiner Minna von Barnhelm erst mit Tellheim genau bekannt, ehe er Minna anftreten lässt?