Jahrgang 
1898
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für zweite und weitere Ausfertigungen von Abschlussprüfungs-Zeugnissen je 0, 50 Gebühren zu erheben sind, und dass zweite Ausfertigungen von Abgangs- und Reife- zeugnissen noch den früheren Gebühren(je 3) unterliegen sollen.

11. Durch die Rundverf. vom 21. Dez. wurde mitgeteilt, dass S. Majestät der Kaiser und König Allergnädigst geruht haben, von dem WerkeDeutschlands Seemacht sonst und jetzt' von Kapitänlieutenant a. D. Wislicenus eine grössere Anzahl von Exemplaren für besonders gute Schüler von deutschen höhern und mittleren Schulen aller Art als Prä- mien zur Verfügung zu stellen. Zugleich wurden 2 Ex. des Werkes zu d. ged. Zwecke übersandt.

12. Die Rundverf. v. 29. Dez. ordnet an, dass fortan in die Programme ein Verzeichnis sämtlicher an der Anstalt gebrauchten Lehr- und Lesebücher aufgenommen werden soll.

13. Durch Rundverf. vom 31. Jan. teilte das Kgl. Prov.-Schulk. mit Beziehung auf die s. Z. erstatteten Berichte mit, dass nach dem Minist.-Erl. vom 21. dess. M. von einer Aenderung der in der Prov. Hessen-Nassau bestehenden Ferienordnung zur Zeit abgesehen werde.

III. Zur Chronik.

Das neue Schuljahr wurde Dienstag den 27. April mit den Aufnahmeprüfungen be- gonnen. Am folgenden Tage fand von 7 Uhr ab feierlicher Gymnasialgottesdienst statt, nach welchem der übliche Eröffnungsakt in der Aula in gewohnter Weise abgehalten wurde. Um 9 Uhr nahm der Unterricht seinen Anfang.

Während des Sommerhalbjahres erlitt der Unterrichtsbetrieb nur unerheblichere Stö- rungen. Am 26. Mai fielen die Lehrstunden des Prof. Dr. Vomberg und des Oberlehrers Stemmler aus, welche an der in Marburg abgehaltenen Generalversammlung von Lehrern

höherer Schulen der Provinz teilnahmen. An den Nachmittagen des 4., 25. Juni und 2. Juli wurde der Unterricht wegen übermässiger Hitze ausgesetzt. Am 5. Juli wurden

die Lehrstunden des Oberlehrers Gundlach, der an der Kreissynode in Runkel teilzu- nehmen hatte, anderweit gedeckt.

Am 20. Juli nachmittags wurde mit den Schülern der IIi nach Lorsbach und Eppstein, mit denen der II2 nach Ruine Hohenstein und Langenschwalbach ein Ausftug unternom- men, und am 27. dess. M. mit den 3 untern Klassen nach Schloss Molsberg und Wallmerod.

Das Sommerhalbjahr wurde am 14. August nach Beendigung des Vormittagsunterrichts mit Austeilung der Censuren geschlossen.

Der Unterricht für das das Wintersemester begann Dienstag den 21. Sept. 8 Uhr morgens.

Vom 22. Nov. an währte der Vormittagsunterricht von 8 ½ 12 Uhr. Für die bei- den ersten Lektionen wurden je ³ᷣ St. ohne Zwischenpause verwendet und vor der 3. und 4. Lektion traten Pausen von 10 bezw. 5 Minuten ein. Vom 12. Febr. d. J. an wurde wieder die hergebrachte Ordnung befolgt.

Vom 30. Nov. ab hatte Oberlehrer Gundlach als Stellvertreter eines erkrankten Mit- gliedes an der Bezirkssynode zu Wiesbaden teilzunehmen. Ausgenommen Samstag den 4. und den Vormittag des 6. Dez., wo er beurlaubt war und so den ihm obliegenden Un- terricht erteilen konnte, wurden bis zum 9. dess. M. seine Lektionen teils durch Ver- tretung teils durch Kombination ersetzt. Nachdem er am 10. und 11. Dez. seinen Dienst wieder versehen hatte, musste er denselben von Montag d. 13. bis 15. dess. M., ausser am Nachmittag des 14., abermals aussetzen, weil er als Geschworener nach Limburg be- rufen war.

Gleichzeitig musste Oberlehrer Borzucki am Vormittage des 13. dess. M. wegen Er-

k seinen Dienst unterbrechen. Auch für die Lektionen zweier verhinderter Ober- lehren liess sich durch Vertretung und Kombination Ersatz schaffen. Am 16. Dez. nah- men beide ihren Dienst wieder auf.

n 23. Dez. mittags wurden die Schüler in die Weihnachtsferien entlassen, welche

der Ferienordnung gemäss sich bis zum 6. Jan. einschl. erstreckten. Die auswärtigen