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Am 17. April wurde Oberlehrer Stemmler in Gegenwart des Lehrerkollegiums verpflichtet.
Der Hilfslehrer Dehnhardt setzte die ihm schon vom 15. Febr. ab übertragene Ver- tretung des wegen Augenleidens auf 3 Monate beurlaubten Prof. Bosing bis zum 15. Mai fort. Er versah die bei der neuen Unterrichtsverteilung für den letztern erleichterte Lehraufgabe, den deutschen, lateinischen und griechischen Unterricht in III., statt des gesch. und erdkundl. in IIz aber, den Prof. Hillebrand bis zum 15. Mai erteilte, den griechi- schen in II2. 4
Am 13. Mai fielen die Lehrstunden der Professoren Hesse und Dr. Vomberg wie der Oberlehrer Gundlach und Stemmler aus, welche an der in Oberlahnstein abgehaltenen Generalversammlung von Lehrern höherer Schulen teilnahmen.
Am 16. Mai trat Prof. Bosing seinen Dienst wieder an.
Am 23. Mai begannen mit Schluss des Vormittagsunterrichts die achttägigen Pfingstferien.
Am 13. Juni verstarb in seinem Heimatsorte Waldernbach, wo er während der Pfingst- ferien erkrankt war, der erst im Beginn des Semesters aufgenommene brave Quartaner Wilhelm Noll, Sohn des Kaufmanns Joseph Noll.
Am 15. Juni, sowie am 10. und 21. Juli fiel wegen übermässiger Hitze der Nachmit- tagsunterricht aus.
Am 22. und 23. Juni wurden die Lektionen des Oberlehrers Gundlach, der durch einen Sterbefall in seiner Familie zu verreisen genötigt war, teils durch Vertretung teils durch Kombination gedeckt. 3
Am 7. Juli nachmittags unternahm der Ordinarius der II mit seinen Schülern einen Ausflug nach Ems und Frücht.
Am 13. August beteiligten sich Prof. Hesse und Oberlehrer Stemmler an der Jubiläums- feier des Gymnasiums zu Montabaur und wurden in ihren Lehrstunden vertreten.
Das Sommersemester wurde am 14. August mit der Austeilung der Censuren nach Be- endigung des Vormittagsunterrichts geschlossen.
Während der Ferien, am 10. September, verstarb im kaum angetretenen 69. Lebens- jahre der Anstalts-Rendant Lehrer a. D. Joseph Decku, der, seit 1883, auch nach sei- ner Pensionierung im Herbst 1894 weiter mit der Kassenverwaltung betraut, dieses Amt stets mit grösster Pünktlichkeit, Genauigkeit und Sorgfalt geführt hatte.
Der Unterricht für das Winterhalbjahr begann Samstag den 19. Sept. morgens 8 Uhr.
Am 26. Sept. vollzog der Direktor als Kassenkurator gemäss Anordnung des Kgl. Pro- vinzial-Schulkollegiums im Beisein des Prof. Hesse als Vertreters der Erben des verstor- benen Rendanten die Uebergabe der Gymnasialkasse an den nunmehr mit der Rendantur der Anstalt beauftragten Lehrer am Gymn. Rentz.
Vom 19. November an erstreckte sich der Vormittagsunterricht von 8 ½— 12 Uhr, so- dass für die beiden ersten Lektionen je 4¾ St. ohne Zwischenpause verwendet wurden und vor der 3. und 4. Lektion Pausen von 10 bezw. 5 Minuten eintraten. Hinsichtlich des Nachmittagsunterrichts trat keine Aenderung ein.— Vom 15. Febr. an wurde die herge- brachte Ordnung wieder befolgt.
Am 18. und 19. Dez. fiel der Turn- und Zeichenunterricht wegen Erkrankung des Lehrers am Gymn. Krekel aus.
Die Weihnachtsferien dauerten der Ferienordnung gemäss vom 23. Dez. mittags bis zum 6. Januar einschl. Die auswärtigen katholischen Schüler, mit Ausnahme derer, welche von Umorten aus die Anstalt besuchen, wurden behufs der Rückreise am 7. Jan. je nach der Entfernung ihrer Heimat und mit Rücksicht auf die Zeit der ankommenden Bahnzüge teils bis 10 Uhr, teils für den vollen Vormittag, teils für den ganzen Tag beurlaubt.
Vom 21.— 23. Jan. und am 1. Febr. waren die Lektionen des erkrankten Prof. Bosing
anderweit zu versehen.
Am 27. Januar wurde von der Anstalt der Allerhöchste Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und Königs begangen. Auf den feierlichen Gymn.-Gottesdienst folgte um 10 Uhr der Schulakt in der Aula, zu dem sich eine zahlreiche Versammlung eingefunden hatte.


