Jahrgang 
1897
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in II. zu entgehen, auf ausländ'schen Lehranstalten vorgebildet seien und in eine der oberen Klassen einzutreten wünschen, mit besonderer Strenge zu verfahren sei.

6. Die Rundverf. vom 30. Nov. überwies ein Exemplar des BuchesBürgerrecht und Bürgertugend von Marcinowski und Frommel der Anstaltsbibl. als Geschenk des Herrn Ministers.

7. Der Minist.-Erl. v. 28. Okt., mitgeteilt durch Rundverf. v. 4. Nov., bestimmt, dass Professoren, Oberlehrern und wissenschaftl. Hilfslehrern innerhalb ihrer Pflichtstunden in der Regel nicht mehr als 6 Turnstunden in der Woche zuzuweisen seien, damit nicht die Lehrbefähigung im Turnen eine unerwünschte Beschränkung der Beteiligung am wissenschaftlichen Unterrichte zur Folge habe.

8. Durch Rundverf. v. 5. Jan. wurde gemäss Minist.-Erl. das als Fortsetzung des Wer- kesDer alte Fritz von Röchling und Knötel erschienene histor. BilderwerkDie Königin Luise von denselben Verfassern zur Anschaffung für die Schülerbibl. empfohlen.

9. Durch die Rundverf. vom 9. Febr. wurden die auf Grund des Allerhöchsten Erlas- ses vom 1. Januar, betreffend die Feier des 100 jährigen Geburtstages Sr. Majestät des Hochseligen Kaisers Wilhelm des Grossen, von dem Herrn Minister hinsichtlich der Feier in sämtlichen Schulen der Monarchie getroffenen Bestimmungen mitgeteilt.

10. Die Rundverf. vom 23. Febr. empfahl gemäss Minist.-Erl. das WerkDeutschlands Seemacht sonst und jetzt von Wislicenus zur Anschaffung für die Schulbibliotheken.

11. Durch Rundverf. v. 8. März wurde gemäss Min.-Erl. die zufolge einer von Aller- höchster Stelle ausgegangenen Anregung von dem Comité der Kaiser Wilhelm-Gedächtniss- kirche zur Feier des 100jährigen Geburtstages weiland Sr. Majestät des Kaisers und Königs Wilhelm d. Gr. unter dem TitelUnser Heldenkaiser herausgegebenen, von Prof. Oncken zu Giessen verfassten Festschrift(280 Seiten in Quartform nnd in Prachtband zu 5 M, für Schulen, Vereine etc. zu 4 M) zur Anschaffung für Schulen empfohlen.

12. Unter d. 8. März wurde der Min.-Erl. v. 4. mitgeteilt, wonach fortan in die Ab- gangszeugnissé derjenigen Untersekundaner, welche ohne das Reifezeugnis für II austre- ten, zu bemerken ist, ob und wie oft die betreffenden ohne Erfolg in die Abschlussprü- fung eingetreten waren.

13. Unter dem 8. März übersendet das K. Prov.-Schulk. 19 Exemplare von der durch den Verlag von Parey in Berl. dem Herrn Minister zur Verfügung gestellten grossen An- zahl von Ex. des Facsimiledruckes der vom hochseligen Kaiser Wilhelm I. genommenen Abschrift des Becker'schen Rheinliedes. Von den überwiesenen Ex. sollen einige für die Anstaltsbibl. zurückbehalten, die übrigen bei der Feier des 100 jährigen Geburtstages an Schüler der Anstalt als Geschenk verteilt werden.

III. Zur Chronik.

Das neue Schuljahr wurde Dienstag den 14. April mit der Aufnahmeprüfung eröff- net. Am folgenden Tage fand von 7 Uhr ab feierlicher Gymnasialgottesdienst statt, nach welchem die übliche Versammlung in der Aula folgte. Zunächst wurde der neu ernann- te Oberlehrer Stemmler?, welcher zum Ersatz für den seinem Wunsche gemäss, aber leider für ein nur noch kurzes Wirken nach seiner Vaterstadt Fulda versetzten Prof. Dr. Braun der Anstalt überwiesen war, in sein Amt eingeführt; im übrigen wurde der Eröffnungsakt in der hergebrachten Weise abgehalten. Um 9 Uhr begann der Unterricht.

* Jacob Stemmler, geb. den 2. Febr. 1862 zu Montabaur, katholischer Konfession, studierte nach Ab- solvierung des Gymnasiums seiner Vaterstadt vom Herbst 1881 an aut der Akadamie zu Münster, wo er auch die Prüfung für das höhere Lehramt bestand. Nachdem er dann von Ost. 1886]ſ 87 am Gymnasium zu Montabaur das Probejahr abgeleistet hatte, wurde er an dieser Anstalt noch 1 112 Jahr als Hilfsleh- rer beschäftigt, darauf am Realprog. zu Höchst seit Herbst 1888 zunächst Jahr mit Vertretung eines Lehrers und ebenso lange mit freiwilligem Unterricht,von Ostern 1889 bis zum Schluss des Sommerse- mesters 1892 aber mit Versehung einer vollen Hilfslehrerstelle beauftragt. Dann war er am Gymna- sium zu Weilburg 12 Jahr als vollbeschäftigter Hilfslehrer thätig, von Ostern 1893 bis 1894 dagegen als etatsmässiger Hilfslehrer, ebensowie von Ostern 1894 bis 1896 am Gymnasium zu Hersfeld.