Jahrgang 
1892
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3. Uebersicht über die während des Schuljahres 1891/92 behandelten Lehraufgaben.

Prima.

Ordinarius: Direktor Dr. Peters.

Religionslebre: a) katholische: Apologetik; Sittenlehre. Eingehende Wiederho- lungen aus der Glaubenslehre und der Kirchen- geschichte.(Lehrbuch von Dreher). 2 St.

Dr. Bertram.

b) evangelische:

Das Evangelium Johannis erklärt aus dem Grund- text. Glaubenslehre nach Schäfer§ 122, zu- gleich mit Berücksichtigung der betreffenden Artikel der Augsburger Confession. Repetitionen aus der älteren Kirchengeschichte und Kirchen- geschichte von der Reformation bis in die neueste Zeit. 2 St. Paul.

Deutsch: a) Lebensbilder aus der Litteraturge- schichte von 1522 bis Goethes Tod. b) Schullektüre: Klopstocks Oden, Goethes Rhapsodien und Iphigenie. c) Einzelne Abschnitte aus der empirischen Psycho- logie und Logik. Dispositionsübungen. Vorträge, monatliche Aufsätze. d) Privatlektüre: Goethes Eg- mont, Kleists Hermannschlacht und Diätetik Seele von Feuchtersleben.

Themata für die Aufsätze: 1) Welche Eigen- schaften haben Egmont zum Liebling der Niederländer gemacht? 2) Kleists Hermannschlacht, ein Spiegel- bild der traurigen Jahre vor 1813. 3) Was man ist, das blieb man andern schuldig. Mensch gewesen, Und das heisst: ein Kämpfer sein. 5) Es leitet dich auch die Natur zum Wahren, Guten, Schönen. 6) Der dreissigj. und der pelop. Krieg.

7) Don Carlos, Philipps und Ferdinand, Albas Sohn.

8) Opitz, Hoffmannswaldan, Gottsched und Bodmer.

(Klassenarbeit). 9) In Preussens Geschichte bewahr-

heitet sich das Wort: Per aspera ad astra.(Klassen- aufsatz). 10) Die Handlung in Goethes Iphigenie. Thema für die Reifeprüfung: Mit welchem

Rechte nennt man den grossen Kurfürsten den Schöpfer unseres Staates? Bosing.

Latein: a) Hor. carm. I und II, ferner Epoden und Satiren mit Auswahl. Mehrere Oden wurden auswendig gelernt. 2 St. Bosing.

Cic. de offic. I. Cic. de orat. III. 3 St.

b) Syntax: Wiederholungen aus den Lehren vom Inf., Partic., Gerund. und von den Eigentümlichkeiten im Gebrauche der Subst., Adj., Pron. und Partik., sowie Lehre von der Wortstellung und dem Satzbau, nach Meiring. 1 St. Mündliches Uebersetzen ins Lat., nach Süpfle(3. T.) und Beurteilung der wöchent- lich nach Diktaten angefertigten Exerc. resp. Extemp. 2 St. Der Direktor.

Griechisch: a) Hom. II. IX XII, XVIIXVIII. Nach einer kurzen Einleitung über das griech. Drama und Theater: Soph. Antig 2 St. Nach vorausge- schickter Belehrung über die Sophistik; Plat. Protag.

der

4) Dieser ist ein

Dem. Phil. I, II und de pace. 3 St. Partic., Relativ- nach Curtius.

b) Syntax: Inf., und Fragesätze, Negat. und Partik., Beurteilung der 2 3-wöchentl. Exer- citien. 1 St. Der Direktor.

Französisch: a) Lectüre: Moliere, le Misan- thrope und le Bourgeois Gentilhomme; Scribe, le verre Peau; Mirabeau, discours choisis.

b) Ergänzung und Wiederholung der wichtigeren Abschnitte der Grammatik im Anschluss an drei- wöchentliche Extemporalien. Berücksichtigung der Synonymik 2 St. Dr. Bertram.

Hebräisch: a) Lektüre: Genesis 1 15 und 39 bis 48, einzelne Kapitel aus dem Buche der Richter und aus I. Samuelis und mehrere Psalmen.

b) Grammatik: Vervollständigung der Formenlehre, besonders das schwache Verb; das Wichtigste aus der Syntax(Lehrbuch von Seffer). 2 St.

Dr. Bertram.

Geschichte und Geographie: Neuere und neueste deutsche und preussische Geschichte mit Be- rücksichtigsung der Geographie. Wiederholungen aus den anderen Teilen der Geschichte, sowie aus der Geographie. Lehrbuch: Pütz-Cremans. 3 St.

Hillebrand.

Mathematik: a) Arithmetik: Arithmetische und geometrische Reihen, Ziuseszins- und Rentenrechnung, figurierte Zahlen, Kombinatorik, binomischer Lehrsatz. Uebungsaufgaben hierzu sowie zu den Gleichunzen 2. Grades,(Koppe's Arithmetik, Heis' Aufgaben). 2 St.

b) Geometrie: Stereometrie; stereometrische, tri- gonometrische und planimetrische Uebungsaufgaben. (Koppe's Stereometrie und Planimetrie). 2 St. Schenck, vom 22. Febr. ab Koch.

Aufgaben für die schriftliche Reifeprüfung: 1) Bei einer arithmetischen und geometrischen Keihe habe das Anfangsglied den nämlichen Wert 3; ebenso sollen beide Reihen auch im 2. Glied über- einstimmen, während das 3. Glied der arithme- tischen Reihe sich zum dritten Glied der geo- metrischen verhalten soll wie 7 zu 16. Differenz, bezüglich Exponent der Reihen zu berechnen, so- wie für die ganzen Werte von d und e das zwölfte Glied und die Summe der 12 ersten Glieder beider Reihen. 2) Einem Auge, welches von den Endpunkten A und B einer Strecke die Entfernungen 5= 423 m und 7 562 m hat, erscheint die Strecke unter einem Gesichtswinkel 43 ½ 0. Wie lang ist die Strecke? Ein Würfel aus Zink(Sp. Gew.= 7,21), der 12458,88 g wiegt, wird durch regelmässige drei- seitige Pyramiden, deren Seitenkante 2 cm beträgt, enteckt. Wieviel wiegt der übrig bleibende Körper? Ein Paralleltrapez zu konstruiren, von welchem eine(a) der parallelen Seiten, die Differenz d der an a liegenden Abschnitte der Diagonalen, die Differenz u der von Seite a und den Diagonalen gebildeten Winkel und die Höhe gegeben ist. a= 6 cm; 1 1,5 cm; u= 17⁰;= 3,5 cm.

3)

4)