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— 3. Uebersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres absolvierten Pensen.
Prima. Ordinarius: Direktor Dr. Peters.
Religionslehre: a. katholische:
Von der christlichen Offenbarung und der Kirche; von den Sakramenten. Die allgemeine Sittenlehre. Kirchengeschichte der Neuzeit. Wiederholung der früheren Pensa. Lehrbuch von Dreher. 2 St.—
Dr. Bertram. b. evangelische:
Das Leben und die Schriften des Apostels Paulus; Lektüre des ersten Korintherbriefs im Uxtexte. Evan- gelische Glaubens- und Sittenlehre. Wiederholung der Bibelkunde, der Geschichte des Reiches Gottes im alten und neuen Bund, sowie einzelner Teile der Kirchengeschichte. 2 St. Dr. Orth.
hDeutsch: a. Litteraturgeschichte von 1522 bis 1832. b. Lektüre einer grossen Anzahl von Oden Klopstocks, einiger Rhapsodien, sowie der Iphigenie und des Torquato Tasso von Goethe; ferner einiger kleinerer Abhandlungen von Lessing. c. Einzelne Absohnitte aus der empirischen Psychologie. Dispositionsübangen,
Vortrüge und Aufsätze. d. Privatlektüre: Shakespeares
Juſius Cäsar. 3 St. Bosing. Themata für die Aufsätze: 1) Der Offizier im Roman Simplicissimus. 2) Mit welchem Recht nennt Niebuhr in s. röm. Geschichte Griechenland ein wahres Deutsch- land des Alterthums? 3) Favete linguis! 4) Thut Iphigenie Recht, dass sie das Leben ihres Bruders aufs Spiel setzt? 5) Die Gottesidee in Schillers lyrisch- diquktischen Gedichten. 6) Mit welchem Recht wird Klopstock Vater der neuren Poesie genannt? 7) Durch welche Mittel weiss Mark Anton in der Leichenrede auf seine Zuhörer zu wirken? 8) Klopstock ein Dichter der Jugend. 9) Welche Ideale bildet sich vorzugs- weise die Jugend? 10) Heilig sei Dir der Tag!
Thema für die Entlassungs-Prüfung: Wodurch haben sich die Hohenzollern das Anrecht auf die Leitung der deutschen Nation erworben?
Latein: a. Hor carm. III& IV. Ausgewählte
Epoden, Satireu und Episteln. Mehrere Oden wurden auswendig gelernt. 2 St, Bosing.
b. Cic. de orat. I., Cic. Tusc. disp. I. Im An- schluss an die Lektüre Uebung im Latainsprechen. 3 St. c. Syntar: Wiederholungen aus den Lehren v. d. Partic. und der gramm. Geltung der Nom. Pron. und Partikeln, sowie Lehre von der Wortstellung und dem Satzbau, nach Meiring. 1 St. Mündliches Ueber- setzen ins Latein nach Süpfle.(3 T.) 1 St. Wöchent- liche Exerc. resp. Extemp. nach Diktaten. Beurtei- lung der monatlichen Aufsätze. 1 St.
Der Direktor.
Themata für dio Aufsätze: 1. Quanta fortitudine atque constantia Romani bello Pyrrhi usi sint. 2. Qui Ulixes in II. l. IX Achillem studeat commovere, ne diutius pugna abstineat. 3. Quae Phoenix in II. 1. IX de Meleagro exponit quatenus in Achillem cadant. 4. Cur Cicero de vi ac ratione dicendi non suo nomine exposuerit, sed summos superioris aetatis oratores feckrit disputantes. 5. Romanos non semel a cladibus
bella ooepisse. 6. Bella Persica Atheniensium opera ac temeritate conoitata eorundemque potissimum prudentia et fortitudine prospere esse gesta. 7. Aristides et C. Fabricius inter se comparentur. 8. Apud Romanos haud raro factum est, ut magvi viri invidiam atque odia civium subirent. 9. Exponatur argumentum prioris partis fabulae Sophocleae, quae Aiax inscribitur. 10. M. CGlaudium Marcellum recte gladium Romano- rum appellatum esse.
Thema für die Entlassungsprüfung: Quorum maxi- me virorum opera bello Punico secundo respublica Romana sustentata sit ac tandem superior facta.
Griechisch: a. Hom. JI. IX— XII, XVII— XVIII. Einleitung zum griechischen Drama, Soph. Ai. 2 St. b. Uebersicht über die Entwickelung der griech. Philo- sophie, Plat. Crit. u. Lach.— Tbuc. l. VI. 3 St. c. Syntar: Infin., Partic., Relat. u. Fragesätze, Nega- tionen und Partikeln, nach Curtius. 1. St. Zweiwöchent- liche Exercitien. Der Direktor.
Frauzösisch: a. Sandeau, Mademoiselle de la Seiglière.,— Guizot, Histoive de la civilisation en Europe. Im Anschluss an die Lektüre Ubung im freien mündlichen Gebraueh der frz. Sprache. Wieder olung ausgewählter Abschnitte aus der Syntax. Synonymik und Berücksichtigung der Etymologie. Dreiwöchent- liche Klassenarbeiten 2 St. Dr. Orth.
Hebräisch: Beendigung der Formenlehre; schwaches Verb und Nomen; das Wichtigste aus der Syntax. Schriftliche Analysen.— Auswahl aus Genesis, I. Sam. und Psalmen. Lehrbuch von Seffer. 2 St.
Dr. Bertram.
Geschichte und Geographie: Neuere, hauptsäch- lich deutsche und preussische Geschichte mit Berück- sichtigung der Geographie. Wiederholungen aus den anderen Teilen der Geschichte, sowie aus der Geogra- phie. Lehrbuch v. Pütz. 3 St. Hillebrand.
Mathematik: a. Arithmetik: Arithmetische und geometrische Reihen, Zinseszins- und Rentenrechnung, figurierte Zahlen, Kombinatorik, binomischer Lehrsatz. Übungsaufgaben hierzu, sowie zu den Gleichungen zweiten Grades.(Koppe's Arithmetik, Heis' Anfgaben). 2 St.
b. Geometrie: Stereometric, stereometrische, trigo- nometrische und planimetrische Übungsaufgaben.(Kop- pe's Stereometrie und Planimetrie.) 2 St. Schenck.,
Aufgaben für die schriftliche Entlassungsprüfung: 1) Die Wurzeln einer reciproken Gleichung vierten 5
1 Grades seien 3,—+.,—. und——; die
Gleichung zu bilden und anfzulösen.
2) Von einem Punkte ausserhalb eines Kreises ist eine Tangente und eine Sekante nach dem Kreise ge- ogen. Der äussere Abschnitt der Sekante ist gleich bi, der innere gleich be und der von den beiden Geraden gebildete Winkel gleich a gegeben. Wie gross ist die Sehne, welche den Eudpunkt der Sekante mit dem Berührungspunkt der Targente verbindet, wenn bi= 5 cm, bz= 9,45 cm und Winkel a 310⁰ 20 30“ ist?


