Jahrgang 
1886
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Durch Verfügung vom 20. März wird der Kandidat des höheren Sechnlamts Schulte von Ostern d. J. ab der hiesigen Anstalt zur Ableistung des pädagogischen Probejahres überwiesen.

III. Zur Chronik der Anstalt.

Das neue Schuljahr wurde Donnerstag d. 16. April morgens um 8 Uhr mit feierlichem Gottesdienste begonnen. Um 10 Uhr versammelten sich Lehrer und Schüler in der Aula, wo der Direktor nach einer Ansprache die Vorlesung bezw. Erläuterung der Schulordnung und die Verpflichtung der am letzten Ferientage neu aufgenommenen Schüler auf gewissenhafte Befolgung derselben vornahm. Nachmittags um 2 Uhr wurde der Unterricht eröffnet.

Dem Gymnasiallehrer Dr. Orth wurde der evangelische Religionsunterricht, den er im vorangegangenen Semester bis IIz einschl. erteilt hatte, mit Genehmigung der hohen Behbörde auch für IIi übertragen. Da die I keine Schüler evangelischer Konfession hatte, so wurden für diesen Unterricht die evangelischen Schüler der beiden Sekunden, ebenso die der Tertien und der Quarta, wie die der beiden unteren Klassen zu je einer Ab- teilung vereinigt.

Am 25. April wurde Oberlehrer Bosing wegen eines Todesfalls in seiner Familie in den ihm obliegenden Lektionen vertreten.

Vom 8. 12. Juni wurde der Direktor, der für diese Zeit am Schwurgericht zu Limburg als Geschworener teilzunehmen berufen war, in den ihm obliegenden Lektionen durch die vier Oberlehrer vertreten.

Am 9. und 10. Juni fanden für den provisor. Gymnas.-Elementarlehrer Monecke, der in Militär-Angelegenheit nach Weilburg einberufen war, Vertretungen statt.

Am 15. ej. war der Gymnasiallehrer Jehn wegen eines Todesfalls in seiner Fa- milie den Unterricht auszusetzen genötigt und wurde an diesem und den beiden folgenden Tagen vertreten.

Am 17. ej. wurden 2 Lektionen des Oberlehrers Schenck, der an diesem Tage an der Kreis-Synode in Diez teilzunehmen hatte, durch Kollegen versehen.

Am 2. Juli unternahm der Direktor in Begleitung von 5 Lehrern mit den Schülern der 3 oberen Klassen einen Ausfiug nach dem Niederwalddenkmal, welcher, da das Königliche Eisenbahn-Betriebsamt zu Wiesbaden ausnahmsweise die Benutzung der Schnellzüge zwischen Niederlahnstein und Rüdesheim unter Bewilligung der für Schülerfahrten üblichen Fahrpreisermässigung gestattete, nur einen Tag in Anspruch nahm.

Mit den Schülern der beiden Tertien, sowie mit denen der drei unteren Klassen wurden an Nachmittagen, für welche der Unterricht für die betreffenden Klassen ausfiel, Ausflüge nach näher gelegenen Punkten der Umgegend unternommen.

Am 13. ej. wurde Dr. Orth, durch militärische Angelegenheit in Anspruch ge- nommen, in seinen Nachmittagslektionen vertreten. Vom 7. August nachmittags an bis zum Eintritt der grossen Ferien musste derselbe in allen ihm obliegenden Lektionen mit Ausschluss der Unterrichtsstunden in der evangelischen Religion, welche für diese Zeit ausfielen, vertreten werden, da er als Reserve-Lieutenant zu sechswöchentlichen militärischen Ubungen einberufen war. Um nicht einzelne Lehrer mit Vertretungsstunden zu überbür- den und den lateinischen Unterricht in VI nicht in mehrere Hände zu legen, wurde für das Lateinische die VI mit der V vereinigt.

Am 14. August wurden die Schüler in die Sommerferien entlassen, nachdem am Schlusse des Vormittags-Unterrichts in den einzelnen Klassen durch die Ordinarien die Censuren ausgeteilt waren.

Am Schlusse des Sommersemesters trat der Obenlehrer Colombel nach einer