Anfgaben für die schriftliche Entlassungsprüfung:
n. für die hiesigen Aspiranten:
1. Für eine Person ist bei ihrer Geburt eine Summe von 5500 M zu 4 ½% auf Zinseszinsen angelegt worden. Wiaviel ist derselben nach Vollendung des 20. Lebensjahres auszubezahlen, wenn am Ende eines jeden der letzten 6 Jahre 600 M zum Unterhalte derselben von dem Kapitale wegge- nommen worden sind? Entwickelung der Formel für das Endkapital nachen Jahren mit jährlichem Abzug A am Ende eines jeden der letzten t Jahre.
2. Von einem Punkte in der Höhe h= 90 cm über einer Ebene seien nach dieser zwei gerade Linien b und e gezogen, deren Neigungswinkel e und zur Ebene 370 42“ und 45⁰0 23: 56“ betragen, wührend die gegenseitige Entfernung a ihrer ndpunkte 100 cm sein soll. Zu berechnen die Länge der beiden Linien b und e und den von ihnen gebildeten Winkel a.
3. Um eine Hohlkugel von Eisen ist eine solche von Blei gegossen; die Wandstärke der ersteren be- trägt 2 cm, die der letzteren 1 cm. Wie gross ist der Radius der Eisenkugel, wenn das Gewicht derselben halb so gross ist, als dasjenige des ganzen Körpers? Spec. G.= und 11 zu nehmen.
4. Eine gegebene Strecke soll in zwei Teile geteilt
werden, so dass das Quadrat über dem einen
Teile doppelt so gross ist, als das über dem
andern.
b. für die Extraneer:
Auf zwei aneinander stossenden Seiten eines Recht-
—
b. evangelische: a.: Lektüre des Evang. Lucae im Grundtext. 1 St.— Die Kirchenge- schichte von den Scholastikern bis auf die neueste Zeit. Repetition der älteren Kirchengeschichte, sowie der Geschichte des jüdischen Volkes(nach Noack)]. 1 St. Dr. Orth.
Deutsch: Einzelnes aus Poctik und Stilistik, Dis- positionsübungen, Aufsätze und kleine Vorträge. Memorieren Schillerscher Gedichte. Lektüre und Erklürung von Klopstock's Messias I—VII, Ierder's Cid und Göthe's Hermann und Dorothea. 2 St.
Hillebrand.
Themata für die Aufsätze: 1. Was gewährt einem Lande Schutz gegen äussere Feinde? 2. Was zicht die Deutschen so schr nach dem Rhein? 3. Soldat und Bürger. 4. Die Lektüre als reichhaltigstes, dauerndstes und wohlfeilstes Vergnügen. 5. Wie charakterisiert Klopstock die drei Freunde Christi, Joseph von Arimathäa, Gamaliel und Nikodemus? 6. Die Not als Lehrmeisterin. 7. Welche Schwierig- keiten bietet ein eingehenderes Geschichtsstudium?
8. Bestimmung und Nutzen der Denkmäler. 9. Die Bedeutung der Briefe im menschlichen Leben. 10.
Der Cid in seinem Verhältnis zu Familie und Un-
tergebenen. Latein: a. Verg. Aen. III— V. 2 St. Bosing. Livius XXI, Cic. pro Milone. 3 St.
ecks sind Quadrate errichtet, welche einzeln mit
dem Rechtecke zusammen 55 qom und 66 qem betragen. Die Seiten des Rechtecks zu berechnen. 2. Die Diagonalen eines Parallelogramms seien= 30 und 24 cm, einer der Winkel derselben a⁴= 125⁰
13 26“. Zu berechnen die von den Diagonalen mit der Parallelogrammsseite a(gegenüber a)
gebildeten Winkel und und die Seite a.
3. Ein qyuadratischer Cylinder mit doem Radiuser und ein gleichseitiger Kegel mit dem Radius p haben gleiche Oberflächen Oi und 02. Die Volumina VI und Ve zu vergleichen.
4. Ein Dreieck zu zeichnen, von welchem gegeben sind: Der Unterschied der Winkel an der Grund- linie, das Verhältnis der gegenüberliegenden Sei- ten und der Radius des einbeschriebenen Kreises. Physik: Akustik, Optik, mathematische Geo-
graphie. 2 St. Schenck.
Ober-Sekunda. Oberlehrer Hillebrand.
Religionslehre: a. katholische: Glaubenslehre: (Dreher's Lehrbuch, II.§§ 1— 42): die Lehre von Gott, der Schöpfung und der Erlösung; Sittenlehre: (Dreher III): die Lehre vom Sittlichon im allg., die 3 göttl. Tugenden, der Gottesdienst. Kirchengeschichte: Wiederholungen aus dem ersten Zeitraume. 2 St. Im S.: Dr. Kehrein, im I. Quartal des W.: Regens Franz, von Neujahr ab: Dr. Bertram.
Ordinarius:
b. Wiederholungen hauptsächlich ans der Lehre von den Tempora und Modi und die Lehre der grammatischen Geltung der Nomina, Pronomina und Partikeln, nach Meiring. 2 St.
c. Mündliches Übersetzen ins Lat. nach Süpfle II. Wöchentliche Exercitien oder Extemporalien. Mo- natlich ein Aufsatz. 1 St. Hillebrand.
Themata für die Aufsätze: 1. De vita Pisistrati- eiusque erga civitatem Atheniensium meritis. 2. De Troiana Romanorum origine. 3. Artabani oratio, qua Herodotus eum facit Xerxem et Mardonium a bello adversus Graecos suscipiendo dehortantem. 4. De Porsennae adversus rempublicam Romanam bello. 5. Romulum urbi locum summa opportunitate dele- gisse. 6. De Cyri minoris morte. 7. De praecipuis antiquorum Romanorum virtutibus. 8. Quibus rebus factum sit, ut Carthaginienses inferiores ex bellis cum populo Romano gestis discederent. 9. De Sci- pione Africano minore. 10. Quomodo Marius de patria bene meritus sit.
Griechisch: a. Hom. Od. VI— X, 2 St.
Bosing.
Herod. VII, 1—40, Xenoph. Memor. I. u. II, 1. 3 St.
b. Lehre von den Genera verbi, Tempora u. Modi, nach Curtius. Exereitien oder Extemporalien nach Diktaten alle 14 Tage. Mündliches Ubersetzen nach Böhme. 2 St. Hillebrand.
Französisch: a. Wiederholung der Moduslehre, die Syntax der Präpositionen, der Participien, des Artikels, des Adjektivs und des Adverbs. Die Pro- nomina; Kasus der Verben; Infinitiv, Konjunktio-
nen. Plötz Schulgrammatik bis Lektion 79. Münd- liche Übersetzungsübungen nach Plötz. Zweiwö- chentliche Exercitien oder Klassenarbeiten. 1 St.


