und herkuliſcher Kraftäußerung; aber der Knabe und Jüngling ſoll doch ſeines Leibes Meiſter werden und ſeine Glieder üben und gebrauchen lernen, voll und ſchoͤn, wie's dem Menſchen ziemt: das kann ohne naturgemäße und ſtufenweiſe Einrichtung und Folge der einzelnen Uebungen, ſo einfach ſie auch ſein mö⸗ gen, nicht geſchehen. Es erfordern dieſe um ſo mehr den Lehrer, da alle Wohlthat und Schönheit der Körperbildung auf ihnen beruht, und Mißgriffe des Laien hier bleibend ſchaden. Der Geiſt der Qrdnung und Geſetzmäßigkeit, der hier in äußerlicher Ausprägung das Auge erfreuen, das Herz gewinnen und zur inneren Tugend ſich geſtalten ſoll; der Gehorſam, der, willig hier ge⸗ übt, zum Eigenthume des Lebens wird; der Geſelligkeitstrieb, der unentweiht und jugendkräftig hier gepflegt, ſeine edle Richtung für immer erhält: alle dieſe höhern ſittlichen Erfolge der Gymnaſtik ſichert nur eine natürgemäße Methodik, die nur von dem Kenner und wackern Lehrer geübt wird. Ohne ihn ſind Verenkungen, phyſiſche und moraliſche, unvermeidlich, und die Uebungen hö⸗ ren ſonach beſſer ganz auf. Es iſt dieſer Abgang eines geeigneten Lehrers um ſo mehr zu bedauern, als die Nothwendigkeit einer geſunden Körperbildung als Gegengewicht gegen geiſtige Anſtrengung, und als Grundlage tüchtiger Wahr⸗ haftigkeit, in unſern Tagen mehr als je zur Ueberzeugung und Forderung der Zeit geworden iſt, und hier namentlich ein ſo ſchön angelegter und ausgeſtatte⸗ ter Turnplatz unbenutzt verödet. Wir hoffen, daß die angefangenen und durch die Ereigniſſe der Neuzeit unterbrochenen Unterhandlungen die Behörde dem⸗ nächſt zum gewünſchten Ziele führen werden.
Uebung und Unterricht im Schwimmen war möglich, und benutzt, wie in früheren Jahren, durch den Badeaufſeher und Schwimmlehrer J. C. Wagner; auch wurde mit einigen Schülern der oberſten Claſſe ein Curſus im Reiten ge⸗ halten von Gymnaſiallehrer Stroh in Weilburg. Indeſſen fehlt auch für letztere Technik noch eine eigene zweckmäßige Einrichtung. Ein Tanzeurſus
kam nicht zu Stande. d. DZibliathek.
Bibliothekar iſt, aus Liebe zur Sache, ohne äußere Ermuthigung, Prof. Kehrein geblieben, und hat die vielſeitigen Geſchäfte der Gymnaſial⸗Biblio⸗ thek in gewohnter Ordnung und Pünktlichkeit beſorgt. Der im vorigen Jahre
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