Zur Geſchichte der Anſtalt.
Das Schuljahr begann Montag, den 26., der Anterricht Dienstag, den 27. April. Es brachte die Errichtung der Oberprima, und damit war der Ausbau unſerer Schule zur Studien⸗ anſtalt vollendet. Am 20. Februar 1928 fand die erſte Reifeprüfung ſtatt, worauf die Anerkennung unſerer Schule als Vollanſtalt erfolgte, deren Abiturientinnen das Recht zum Studium haben. Entſprechend dem Entwurf des Lehrplans für die Lyzeen und Studienanſtalten im Volksſtaat Heſſen von 1926 umfaßt ſie als neunſtufige, höhere Mädchenſchule die Klaſſen Sexta bis Ober⸗ prima und führt den Namen Studienanſtalt.
In den Lehrkörper unſerer Anſtalt trat St.⸗Aſſ. Schloſſer ein, Prof. Partenheimer nahm ſeinen Dienſt wieder auf.
Leider mußte Prof. Dr. Markert von den Sommerferien ab wieder Arlaub nehmen. Zu unſerem größten Bedauern beſſerte ſich ſein Zuſtand nicht, ſodaß er an eine Wiederaufnahme ſeines Dienſtes nicht denken kann. Er ſah ſich daher genötigt, am Ende des Schuljahres ſeine Verſetzung in den Ruheſtand zu beantragen. Prof. Markert hat faſt 30 Jahre an unſerer Schule gewirkt. Ihr galt ſeine Arbeit; ſie zu fördern, war ſein ſtetes Bemühen. Beſonders eifrig trat er für den Ausbau unſerer Schule zur Studienanſtalt ein. Ein tragiſches Geſchick hat es gewollt, daß er in dem Augenblick von unſerer Anſtalt ſcheiden muß, da dieſes Ziel erreicht iſt. In der Geſchichte unſerer Schule wird ſein Name ſtets mit Ehren genannt werden.
Mit dem Schluß des Schuljahres tritt auch Frl. Singer nach Erreichung der Alters⸗ grenze in den Ruheſtand. Seit 1899 war ſie an unſerer Schule tätig. Mit ſeltener Treue und Pflichterfüllung hat ſie an der Fortbildung der Schülerinnen in dem für ſie ſo wichtigen Hand— arbeitsunterricht gearbeitet.
Mögen Prof. Markert und Frl. Singer noch recht lange ihre wohlverdiente Ruhe genießen.
Die Vertretung für Prof. Markert übernahm Dr. Henß, der bis dahin an den deutſchen Schulen in Sofia und Notterdam tätig geweſen war.
Dem St. Ref. Dr. Anna Kredel wurde auch für das Schuljahr 1927 freiwillige Be⸗ ſchäftigung an unſerer Schule zugeſtanden.
Dem pädag. Seminar gehörten die Referendare Alice Ackermann und Ottilie Weber an.
Die Damen Feder, Velke, Dr. Krautwurſt und Herr Dr. Walter erhielten im Anſchluß an die Sommerferien längeren Arlaub zu Studienreiſen nach Frankreich und England.
Frl. Vaubel nahm an einem Turnkurſus teil, der während der beiden erſten Wochen der Sommerferien in München ſtattfand.
Die Neifeprüfung fand am 20. Februar unter dem Vorſitz des Herrn Staatsrats Block ſtatt. Sämtliche zwölf Prüflinge beſtanden.
Die im letzten Jahresbericht ſchon erwähnte Aufführung der Paſſions⸗Kantate von K. Hirſch fand am 1. April 1927 ſtatt. Sie zeigte wiederum, daß Herr Oberreallehrer Geller einen Chor ausgebildet hat, deſſen Können weit über das gewöhnliche Maß hinausgeht,


