Jahrgang 
1927
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dem Limes am Winterſtein und beſuchten den von Herrn Helmke erbauten Nömerturm. Anſerem liebenswürdigen Führer ſei auch hier nochmals herzlichſt gedankt.

Am 26. März, dem Tage, an dem ſich der Todestag Beethovens zum 100. Male jährte, gedachten wir in einer einfachen, ſinnigen Feier des großen Muſikers. Herr Oberreallehrer Geller gab unſeren Schülerinnen ein Bild von dem Leben und der Bedeutung des großen Meiſters. Bei der Duͤrchführung des muſikaliſchen Teils der Feier wurde Herr Geller von Fräulein Velke und Herrn Mulch unterſtützt.

Wie ſchon ſeit vielen Jahren wurden auch in dieſem Jahre von einer großen Anzahl unſerer Schülerinnen Weihnachtspakete zuſammengeſtellt und an bedürftige Familien der Stadt abgegeben. Aber nicht nur in der Weihnachtszeit konnten unſere Schülerinnen ihren Opferſinn beweiſen. Fortwährend wenden ſich Wohltätigkeitsunternehmungen an die Schulen mit der Bitte, Geld zu ſammeln oder Loſe zu verkaufen. So vertrieben unſere Schülerinnen ſeit dem Oktober Loſe zum Bau eines Hauſes der Jugend in Frankfurt a. M., Loſe der heſſiſchen Künſtlerhilfe, der Krüppelfürſorge und Wohlfahrtsmarken. Eltern und Lehrern drängt ſich die Frage auf, ob das denn doch nicht des Guten zuoiel iſt.

Spielſtunden fanden bei günſtiger Witterung regelmäßig auf dem Platz des Vereins für Bewegungsſpiele ſtatt.

Die Schwimmſtunden waren gut beſucht, 20 Schülerinnen erhielten Änterricht im Schwimmen. Im neuen Schuljahr wird gemäß der Verfügung des Landesamts für das Bil⸗ dungsweſen in Klaſſe V verbindlicher Schwimmunterricht erteilt.

An den RNeichsjugendwettkämpfen am 14. und 15. September beteiligten ſich 60 unſerer Schülerinnen, 13 davon errangen Preiſe in der Mittelſtufe, 39 in der Anterſtufe. Dieſe Zahlen beweiſen, daß unſere Schülerinnen gerne Turnen und Gymnaſtik treiben.

In dieſem Winter bildete ſich an unſerer Schule auch eine Ski⸗Gruppe, deren Leitung in dankenswerter Weiſe Fräulein Vaubel übernahm. Anſere Skiläuferinnen hatten verſchiedene⸗ mal Gelegenheit, dieſem ſchönen Sport auf dem Hoherodskopf und der Herchenhainer Höhe obzuliegen.

Die Schule tut alſo alles, um die körperliche Ertüchtigung der ihr anvertrauten Mäd⸗ chen durch Gymnaſtik und neuzeitliches Turnen zu fördern. Am ſo verwunderlicher iſt es, wenn manche Eltern immer noch verſuchen, ihre Töchter ohne hinreichenden Grund dem Turnunter⸗ richt fernzuhalten. Wir führen daher aus der Verfügung, die das Landesamt im Einverſtändnis mit der oberſten Medizinalbehörde erlaſſen hat, die hauptſächlichſten Beſtimmungen an:

Die ärztlichen Zeugniſſe müſſen nach einem Vordruck hergeſtellt werden, der beim Haus⸗ meiſter zu haben iſt. Ferner hat die Schule das Recht, jedes ungenügend ausgeſtellte Zeugnis zur Vervollſtändigung zurückzugeben, ſowie jedes Zeugnis durch den zuſtändigen beamteten Arzt oder, wo vorhanden, Schularzt nachprüfen zu laſſen und in Zweifelsfällen die Bewilligung von der Nachunterſuchung durch den Kreisarzt oder Schularzt abhängig zu machen. Eine ſolche Nachunterſuchung kann außerdem angeordnet werden, wenn das Geſuch für einen längeren Zeit⸗ raum als Jahr gelten ſoll oder wenn es nach Ablauf der im erſten Geſuch genannten Friſt erneuert wird, wenn es ſich auf Befreiung von mehreren Anterrichtsfächern oder auf Ver⸗ längerung der Schulferien bezieht oder wenn das Kind ſich außerhalb der Schule körperlich in einer Weiſe betätigt, die mit der Begründung für die erteilte Befreiung im Widerſpruch ſteht G. B. durch Beſuch der Tanzſtunde, Radfahren, Tennisſpielen).

Die Abſchiedsfeier für die aus den Klaſſen la:, la: und la austretenden Schülerinnen findet am 2. April ſtatt.