Jahrgang 
1906
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langen des Arztes von der Schule gewahrte freie Zeit für Musikunterricht und dergleichen verwendet wird, und das womöglich bei Kindern, die wegen Ner- vosität u. s. W. geschont werden sollen. Möchten doch die Eltern bedenken, dass ein solches Verfahren nur dazu beitragen kann, die Achtung vor der Schule und ihrer ernsten Arbeit zu untergraben.

Stärker als sonst herrschten in diesem Winter die Masern, besonders unter den Schülerinnen des ersten Schuljahres, von denen uns eine, Herta Geyer in Xa, ein hoffnungsvolles, liebes Kind, durch den Tod entrissen wurde.

Infolge der ungúnstigen Witterung ist die Zahl der von der Schule unter- nommenen Spaziergange geringer als sonst. Im Sommer musste an 13 Tagen der Unterricht wegen zu grosser Hitze früher geschlossen werden.

Die hundertste Wiederkehr von Schillers Todestag beging die Schule am 9. Mai durch eine grössere Feier, zu der die Angehörigen der Schülerinnen und Freunde der Anstalt in grosser Anzahl erschienen waren, und die nach folgender Festordnung verlief:

1. Gesang: Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre.

2. Ansprache des Direktors. 3. Vorträge.

a. Das Madchen aus der Fremde. Schülerin aus Ib. b. Die Teilung der Erde., IVa. 8 c. Ràtsel. VlIa. d. Rätsel. 3. c. Die Worte des Glaubens. 2 b f. Der Alpenjäger., Va. g. Das Eleusische Fest., Ia h. Die Kraniche des Ibykus. III a

i. Chor aus derBraut von Messina. Schülerinnen Ila. 4. Das Lied von der Glocke, komponiert von

G. Rauchenecker, mit verbindendem Vortrag. la. 5. Epilog zu Schillers Glocke von Goethe. lla.

An Grossherzogs- und Kaisers Geburtstag fand in unsrer Turnhalle eine Schulfeier statt. Am 25. November hielt Herr Oberlehrer Dr. Markert die Fest- rede über Hessentreue, am 27. Januar trug Herr Oberlehrer Prof. Dr. Sommerlad einen Kran Rückertscher Geharnischter Sonette mit eigner poetischer Ein- kleidung vor.

Der Direktor nahm teil an der 19. Hauptversammlung des Deutschen Vereins für das Höhere Mädchenschulwesen in Erfurt vom 2. bis 6. Oktober.

Unser Neubau ist nun im Rohen endlich aus der Erde gewachsen. Eine besondere Grundsteinlegung hat nicht stattgefunden. Schwierigkeiten mancherlei Art hemmen den Fortschritt der Arbeit, sodass noch nicht abzusehen ist, bis wann wir ins neue Heim übersiedeln können.

Wir durfen in diesen Schulnachrichten nicht unterlassen, darauf hin- zuweisen, dass der von unserem Bibliothekar aufgestellte Katalog unserer Biblio- thek zu Beginn des Schuljahres im Druck erschienen ist. Herr Straub hat sich qurch diese mit unendlicher Muhe und peinlichster Sorgfalt geleistete Arbeit den besonderen Dank des ganzen Kollegiums verdient.

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